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Ayurveda in der Schwangerschaft

5 Fragen an Ayurveda-Ernährungsberaterin Julia Wunderlich

Die südasiatische Naturheilkunde Ayurveda ist ein System, welches das Individuum in den Vordergrund rückt. Hier wird ganz genau beobachtet, was für ein Mensch in welcher Situation, in seiner Konstitution und seiner aktuellen Lebensphase gerade braucht. Speziell in der Schwangerschaft kann Ayurveda eine gute Unterstützung bieten.

1. Liebe Julia, du beschäftigst dich intensiv mit dem Thema “Frauengesundheit”. Wie kann Ayurveda Frauen in ihrer Schwangerschaft unterstützen? Was sind deiner Meinung nach die größten Vorteile?

Eine Schwangerschaft ist körperlich herausfordernd und zugleich eine seelisch unglaublich transformative Zeit für die Frau. Gerade jetzt ändern sich Körper und Bedürfnisse recht schnell. Dank der individuellen Ausrichtung der Ayurveda-Ernährung und Lebensweise können wir Frauen dort abholen, wo sie sich gerade befinden. Nicht nur in ihrem körperlichen, sondern auch in ihrem emotionalen Prozess.

Die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen in der Schwangerschaft, Foto: Devon-Divine / unsplash.com

Gerade wegen des individuellen Blicks unterstützt Ayurveda die schwangere Frau und das Ungeborene, ganz auf ihre eigenen Bedürfnisse und ihre jeweilige Schwangerschaftswoche konzentriert. Die Anpassungsfähigkeit dieser Heilkunde unterstützt das gesunde Wachstum des Fötus von Monat zu Monat neu, sie schenkt der schwangeren Frau Wohlgefühl und bereitet sie mit Kraft und Liebe auf die bevorstehende Geburt vor.

  1.   Wie hat dich Ayurveda selbst am meisten unterstützt?

Ich habe meine Ernährung vor über 10 Jahren aufgrund meiner Schilddrüsenerkrankung und Endometriose umgestellt. Damals war ich sofort fasziniert von der heilenden Wirkung, schon nach einer Woche fühlte ich mich stärker, ausgeglichener und meine heftigen Schmerzen wurden nach und nach gelindert. So bin ich schnell und voller Leidenschaft in die Ayurveda-Philosophie hineingewachsen. Inzwischen durchzieht sie mein Leben, wie ein stetiger, beruhigender und balancierender Fluss.

Durch Ayurveda bin ich auf tiefere Weise mit mir verbunden und spüre von Innen heraus, was gerade gut für mich ist. Ich sehe Ayurveda als großes Geschenk, meine Bedürfnisse zu achten, für mich selbst einzustehen und mich so zu sehen, wie ich wirklich bin. Den Augenblick zu reflektieren und zu verstehen führt zu einer wunderbar warmen Ebene von Vertrauen und Selbstakzeptanz.

  1. Deinen Themenbereich nennst du “ganzheitliche Frauenheilkunde”. Was verstehst du darunter und was ist das Ziel deiner Arbeit?

Viele Frauen, die das erste Mal zu mir in die Beratung kommen, haben mit menstruellen Problemen und Erschöpfung zu tun. Sie stehen unter enormem Druck, sind verunsichert und wünschen sich erstmal, dass ihr Körper „wieder funktioniert“.

Im Ayurveda schauen wir mit einem ganzheitlichen Blick auf Ernährung, die Lebenssituation (Arbeit etc.) und die seelische Balance. Auf der Ebene der Ernährung zu arbeiten, wäre zu einseitig. Durch die ganzheitliche Sichtweise werden verschiedenste Bereiche beleuchtet und schließlich die Zusammenhänge zwischen Ernährung, alten Glaubenssätzen, Emotionen, Stress und Dogmen sichtbar.

Um eine tiefergehende und auch langfristigere Veränderung und Heilung zu erfahren, ist es wichtig, dass alle äußeren und inneren Faktoren berücksichtigt werden. Das klingt erstmal kompliziert, ist es aber gar nicht. Es ist ein wunderbarer Weg zu mehr Gesundheit und Ganzwerdung. Und genau das bietet uns Ayurveda.

Der Blick nach Innen, die Hände in Namaste Mudra, Foto: Julia Wunderlich

Ziel meiner Arbeit ist, Frauen nach Innen blicken zu lassen und sie letztlich auf dem Weg zu begleiten, sich mit ihren Körpern zu versöhnen, ihnen zu vertrauen – anstatt sie als Störenfriede anzusehen. Unsere hormonelle Balance ist einfach essentiell für unser Wohlgefühl, sie ist Spiegel unserer Gesundheit.

Ich bin immer wieder tief berührt, wenn Frauen sich von dem Panzer negativer Selbstwahrnehmung befreien und in Kontakt mit ihrem Körper kommen, ihn mehr und mehr achten, nähren, und vertrauen. Durch ihre eigene positive Erfahrung lernen viele, wie sie vermehrt auf sich Rücksicht nehmen können und sich so ihrer selbst zu ermächtigen.

  1.  Teil deiner Arbeit ist ein “Feminine Awakening” bei deinen Teilnehmerinnen zu erwecken. Was kann man darunter verstehen und wie kann es Frauen helfen glücklicher zu werden?

Feminine Awakening ist eine Rückbesinnung auf unsere Wurzeln, genauer gesagt auf unser Wurzelzentrum, dem Gebärmutterraum oder auch Wombspace. Feminine Awakening bedeutet, wieder in Kontakt zu treten, mit unseren inneren Wurzeln und mit ihrer Kraft. So erhalten wir Zugang zu unseren hormonellen Phasen und den damit zusammenhängenden Prozessen, können ihnen lauschen und uns wieder als die zyklischen Wesen begreifen, die wir wirklich sind. Facettenreich, stark, schwach, weich, laut, mutig, liebevoll, ungeduldig, ängstlich, zielstrebig, verträumt, klar, bewußt, versunken und so vieles mehr.

Je mehr wir – in den Frauen-Kreisen oder für uns selbst – mit unserer Wurzel arbeiten, durch Meditation, Imagination, Group Healing Work, achtsame Bewegung und Berührung, umso stärker fühlen wir, dass wir so sein dürfen, wie wir sind. Gleichzeitig wächst die Anbindung zur Erde und zum Herzen hin. Hierin steckt unglaubliches Potential: wir werden uns unserer Verantwortung und Sorge für uns selbst und für die Mutter Erde bewusst. Wir handeln intuitiver, achtsamer und finden Wege uns von Zwängen und Scham zu befreien – indem wir uns erlauben, gesehen zu werden und für uns selbst einzustehen.

Julia Wunderlich wählt ihre Nahrung sorgfältig aus, Foto: Julia Wunderlich

Feminine Awakening kann als eine Form von spiritueller Revolution gelesen werden. Auch als ganz praktische Methode, um unsere Selbstliebe und Selbstakzeptanz zu stärken – eine Liebe, die nicht an Bedingungen oder Bilder geknüpft ist, wie wir zu sein haben. Je mehr sich das Gefühl von Akzeptanz und Vertrauen in uns ausdehnt, umso mehr können wir es nach außen tragen.

Wir können mit dieser echten, bedingungslosen Liebe unseren Kindern neue Wege aufzeigen und Frauen in Verbundenheit mitnehmen auf diesem Weg, statt uns in Konkurrenz von ihnen abzutrennen. So können wir ein tiefes Gefühl für uns selbst und inneren Frieden erfahren. Im Feminine Awakening ist alles erlaubt, was uns dorthin führt, uns von Innen heraus im Augenblick zu erfahren, ohne zu urteilen, ohne uns zu schämen, ohne anders, besser oder „optimierter“ sein zu wollen.

  1. Hast du ein Lieblingsrezept, welches du Schwangeren mit auf den Weg geben möchtest?

Definitiv alle Formen von Kürbiscurry. Kürbis wirkt erdend und nährend auf die Gewebe und stabilisierend auf die Seele. Da Kürbis in den letzten Schwangerschaftswochen vielleicht zu schwer ist, empfehle ich allgemein den Wohlfühl-Lassi. Dieser gleicht deinen Wasserhaushalt aus und schenkt dir Glow und ein tiefes Verwöhn-Gefühl.

Kürbiscurry von Julia Wunderlich, Foto: Julia Wunderlich

Das Rezept für den Kürbiscurry von Julia Wunderlich findest hier in der Keleya App.

Julia Wunderlich 18Julia Wunderlich ist zertifizierte Ayurveda-Köchin und Empowerment Coach. Sie liebt und lebt Ayurveda seit über 10 Jahren und teilt ihre Erfahrungen und ihr Wissen sowohl darüber, als auch über gesunde Ernährung alternative Frauengesundheit und Kräuterkunde auf ihrer Webseite Rolling Tiger . Ihr Ziel ist es, Frauen zu inspirieren, sich selbst Gesundheit, Raum und Liebe zu schenken.

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