Besser schlafen mit Baby – 6 Fakten, die du über den Babyschlaf wissen solltest

Dass Säuglinge nicht von alleine so schlafen, wie viele Eltern es sich wünschen, ist bekannt. Viele Eltern meinen, das Thema „Babyschlaf“ alleine lösen zu müssen oder hoffen, dass es sich eines Tages von selber regelt. Das kann der Fall sein, meistens ist es das aber nicht. Viele Eltern kommen dann erst zum Schlafcoaching, wenn sie schon recht verzweifelt sind. Dabei ist es für eine Beratung oder ein Schlafcoaching nie zu früh. Am besten sollte das Thema Schlafcoaching ähnlich „alltäglich und normal“ für Eltern sein, wie ein Geburtsvorbereitungsseminar, ein Rückbildungs- oder Beikostkurs.

Bei einem Schlafcoaching geht es nicht darum, seinem Baby ein „bestimmtes Schlafverhalten“ anzutrainieren, sondern um eine ganz individuelle Beratung, die diverse Faktoren – wie Alter und Entwicklung des Babys, den individuellen Schlafbedarf des Kindes – aber auch emotionale Elemente, sowie auch den Verlauf der Schwangerschaft und Geburt mit in Betracht zieht. So können sich die Eltern von Anfang an bei diesem Thema etwas entspannen und das ist die ja Hauptsache, wenn es um das Thema schlafen geht.

Für einen entspannteren Umgang mit dem Thema Schlaf für Mama und Baby

  1. Die ersten drei Monate – das Leben wie im Bauch

Die ersten drei Monate des Neugeborenen sind aus vielerlei Gründen eine ganz besondere Zeit. Genau genommen möchten die neuen Erdenbürger das Leben, an das sie gute neun Monate im Bauch gewöhnt waren, gerne noch auf circa drei weitere Monate ausdehnen. Das bedeutet für sie: Schlafen in kleinen Häppchen, viel und möglichst enger Körperkontakt – damit sie ihre körperliche Begrenzung spüren – abwechselnd Ruhe und Bewegung, nicht zu viele Reize, aber auch nicht unbedingt vollkommende Stille (im Bauch rauschte es ziemlich laut), sowie häufiges Trinken und regelmäßiges Saugen zur Beruhigung.

Familienbett_shutterstock_385202830_Goran Bogicevic Kopie
Die erste Zeit ist zum Kuscheln da. Foto: Goran Bogicevic / Shutterstock.com
  1. Babys schlafen viel, aber nicht den ganzen Tag

In den ersten Monaten braucht der Säugling zwischen 16 und 18 Stunden Schlaf. Die Säuglinge werden mit einem kaum vorhandenem Tag- und Nachtrhythmus geboren. Dieser bildet sich dann Schritt für Schritt – ab der 4.-6. Lebenswoche (bei den einen schneller, bei den anderen langsamer) innerhalb der ersten 6 Monate aus. So verteilen sich die Schlafstunden in den ersten Wochen bzw. Monaten oft gleichsam auf Tag und Nacht und werden dann immer mehr in der Nacht und weniger am Tag.

  1. Warum ist Schlaf für Säuglinge so wichtig?

Schlaf ist für alle Menschen, aber vor allem für Säuglinge und Kleinkinder besonders wichtig, da während der Tiefschlafphase Wachstumshormone produziert und neue Körperzellen gebildetwerden. Das Immunsystem, das immer arbeitet, regeneriert sich unter anderem auch im Schlaf.

Im Schlaf findet zudem die „Gehirnhygiene“ statt – alles was am Tag gelernt, erlebt und wahrgenommen wird,verarbeitet und sortiert das Denkzentrum während des Traumschlafs. Dabei werden motorische Lernerfahrungen im Tiefschlaf, emotionale und geistige Erfahrungen im Traumschlaf verarbeitet.

  1. Die Müdigkeitszeichen deines Babys „lesen“ lernen

Wenn ein Baby nicht genug und regelmäßig Schlaf bekommt, kann es für den Nachwuchs und damit auch für die Eltern sehr stressig werden. Es ist so, dass die meisten Neugeborenen und Babys nicht einfach einschlafen, wenn sie müde sind, sondern Hilfe brauchen, um entspannt in den Schlaf zu kommen. Die Herausforderung: Säuglinge zeigen oftmals noch nicht verlässlich, dass sie müde sind.

Baby yawning_shutterstock_550642420_Andrii Orlov Kopie
Dein Baby zeigt unterschiedliche Müdigkeitszeichen. Foto: Andrii Orlov / Shutterstock.com

Hinweise, dass dein Baby müde ist:

  • Augenreiben
  • ein abwesender Blick
  • Ohren reiben
  • Finger in den Mund stecken
  • jammern, quengeln / Unruhe

Wenn du bei deinem Baby diese Signale wahrnimmst, ist es höchste Zeit es Schlafen zu legen. Manchmal zeigen die Babys aber keine dieser Zeichen, im Gegenteil: sie wirken putzmunter, um dann im nächsten Moment zu müde zu sein und vielleicht sogar zu schreien zu beginnen. Dann ist es ungleich schwerer, sie zu beruhigen und in den Schlaf zu begleiten. Optimal ist es, deinem Baby in den ersten drei bis vier Monaten alle anderthalb bis zwei Stunden die Möglichkeit zum Schlafen zu geben. Oftmals ist dieses gekoppelt an das Stillen/Trinken.

  1. Häufiges Trinken ist ganz normal

Der kleine Magen der Babys wächst innerhalb des ersten Monats von der Größe einer Kirsche bis zur Größe eines Hühnereis. Neugeborene nehmen zu Beginn eher kleinere Mengen an Milch auf und wollen öfter trinken auch nachts.

Nursing baby_shutterstock_164618243_Dmytro Vietrov Kopie
Neugeborene trinken zu jeder Tages- und Nachtzeit. Foto: Dmytro Vietrov / Shutterstock.com
  1. Wo kleine Säuglinge schlafen

Auf dem Arm oder auf dem Bauch von Mama oder Papa stünde wohl ganz oben auf der Liste von Mini-Babys, was den liebsten Schlafort angeht. Das ist mindestens in den ersten drei Monaten auch toll für beide Seiten, so kann man sich am Besten kennenlernen und das Bonding liebevoll ausdehnen. Da das aber tags und nachts nicht dauerhaft praktikabel ist, gibt es einige Alternativen.

mother holding newborn_shutterstock_Joana Lopes Kopie
Babys schlafen am Liebsten auf Mamas oder Papas Arm. Foto: Joana Lopes / shutterstock.com

Gute Schlaforte für dein Baby

Beispielhafte Schlaforte für dein Baby tagsüber

  • Tragen (Tragetuch/Tragesysteme)
  • Kinderwagen, Stubenwagen
  • spezielle Matratzen wie CoocoonABaby
  • Federwiegen
  • Nestchen aus dem Stillkissen

Beispielhafte Schlaforte für dein Baby nachts

  • Beistellbettchen
  • Babybett
  • Co-Sleeping – mit im Elternbett.

Wie ihr das als Eltern handhaben wollt, könnt und solltet ihr ganz allein entscheiden. Wichtig bei allem ist, dass alle genügend und ausreichend Schlaf bekommen und die allgemeinen Regeln zum sicheren Kinderschlaf beachtet werden.

Persönlicher Tipp für frischgebackene Eltern zum Thema Schlaf von Schlafcoach Julia Beroleit

Verbringt in den ersten Wochen viel Zeit im Bett oder auf dem Sofa, um euch auszuruhen, versucht regelmäßig eine Schlafmöglichkeit für das Baby und für euch zu schaffen und lasst euch nicht von außen und anderen verunsichern. Schlafen ist ein hochemotionales Thema, aber kein Grund sich verrückt zu machen oder gar zu schämen – holt euch Hilfe, wenn ihr sie braucht.

Alles Liebe und einen magischen Start wünscht euch

Julia Beroleit von Cosy Eleven

julia Berloleit Cosy Eleven
Autorin Julia Beroleit ist Schlafcoach für Babys und Kleinkinder

Über die Autorin:

Julia Beroleit lebt mit Mann und 8-jährigen Sohn in Berlin. Sie ist Schlafcoach für Babys und Kleinkinder und Masseurin (Frauen, Schwangere, Wochenbett, Kindermassagen und Babymassagekurse) mit ihrer Praxis  Cosy Eleven in Berlin-Mitte.

Sie berät Eltern mit Kindern, die Probleme mit dem Thema Schlaf haben in einem ganzheitlichen Coachingprozess. Das Besondere am Schlafcoaching ist sein genauer und tiefer Blick auf die gesamte Familie bzw. das System und die Beziehungen innerhalb dieser Familie. Für jede Familie entwickelt sie eine ganz individuelle Lösung, mit denen sich die Eltern und Kinder gut fühlen.

Mehr Infos findet ihr auf ihrer Website www.cosy-eleven.de

 

Published by

Keleya

Für die redaktionelle Arbeit von Keleya ist Sarah Müggenburg federführend verantwortlich. Sie ist Mutter von zwei Kindern und vereint nicht nur das Wissen einer Mutter zweier Söhne, sondern auch die Erfahrung aus über zehn Jahren Pre- und Postnatalyoga mit. Neben der Arbeit für Keleya ist sie natürlich gerne sportlich aktiv und in der Natur unterwegs.

Leave a Reply

Your email address will not be published.