Harmonie oder Chaos? – 6 Tipps für das erste Weihnachten mit Baby

Das erste Mal ist immer etwas besonderes – Weihnachten mit Baby

Viele erste Male bleiben einmalig. Der erste Kuss, der erste Urlaub, das erste Auto. Wenn du Kinder hast, können sich die Dinge wiederholen – nämlich mit jedem weiteren Kind. Das erste Lächeln, das erste Wort, der erste Schritt: all das erlebte ich auch mit dem zweiten Kind, wieder zum ersten Mal. Neue erste Male, die es so doch noch nicht gab.

Das erste Weihnachten zusammen, egal ob zu dritt oder zu viert, ist etwas, das man nicht vergisst. Jedes Mal ist es besonders und einmalig, denn ein neuer Mensch sitzt nun mit uns bei Kerzenschein und Lebkuchen vor dem strahlenden Baum. Ein Paar Augen mehr, die leuchten und sich mit einem freuen, auch wenn sie noch so klein sind. Denn auch Babys lassen sich vom weihnachtlichen Zauber anstecken. Ebenso wie von weihnachtlichem Stress.

Romantik ade – Willkommen im Chaos mit Baby

Das erste Weihnachten mit Baby kann so romantisch sein – in der Vorstellung. Doch am Ende kannst du auch gestresst und vollgespuckt vor dem nicht geschmückten Weihnachtsbaum sitzen und dir denken: anders wäre es schöner. So soll es für dich nicht sein und ich kann dir verraten: ganz so war es bei uns auch nicht. Klar, der Baum war nicht so geschmückt wie üblich, das Essen war nicht perfekt und meine sorgfältig ausgewählte Bluse hatte Flecken, die nicht von mir stammten. Doch all das habe ich am Ende nicht gesehen. Ich erinnere mich an die strahlenden Augen meiner Familie, an die stolzen Großeltern, die aufgeregten Kinder meines Bruders und an die Hand meines Mannes auf meiner. „Wir sind jetzt eine Familie“ sagten unsere Blicke und mein Herz platzte vor Stolz.

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Das Schönste an Weihnachten ist doch das Zusammensein. HTeam/Shutterstock.com

Was ist schon perfekt?  – We are family!

Um genau diese Erinnerungen zu schaffen und am Ende auch ein schönes erstes Weihnachten mit Baby zu haben, solltest du dich vom Perfektionismus verabschieden und offen und gelassen bleiben. Nichts muss an eurem ersten Weihnachten mit Baby perfekt sein.

Wenn es euch das Leben einfacher macht, sind Papierservietten gut, statt der sonst vielleicht üblichen Stoffservietten. Und auch ein Fleck auf der Bluse ist kein Weltuntergang. Im Gegenteil: kaufe dir vorher einfach zwei Weihnachtsoutfits, dann kannst du dich auch festlich umziehen. Es gibt kaum einen besseren Anlass, sich etwas Schönes zu kaufen, oder? Halte es aber auch so mit den Sachen des Babys. Bei uns war das erste Kleidchen mit dem süßen Rentier drauf schon vor dem Kaffeetrinken nicht mehr ansehnlich.

Kannst du bitte eine Ente mitbringen? Hilfe ist Gold wert

Nicht nur für dich ist es das erste Weihnachten mit Baby. Vielleicht ist es auch das Erste für die Großeltern. Selbst wenn sie schon weitere Enkelkinder haben, so ist es doch genauso neu und feierlich mit eben deinem Kind. Wenn du also Besuch bekommst, spanne diesen mit ein. Nur weil du Gastgeber bist, heißt es nicht, dass du kochen und bedienen musst. Bitte um einen Beitrag zum Menu, Hilfe beim Servieren und eine abwaschende Hand im Küchenchaos nach dem Essen.

Auch der Braten von Oma lässt sich in deinem Ofen wunderbar aufwärmen, der Auflauf frisch überbacken oder der mitgebrachte Kuchen anschneiden. Niemand sollte die Erwartungshaltung haben, dass du als frischgebackene Mama den ganzen Tag in der Küche stehst. Erst recht nicht du selbst!

Selbst wenn ihr nur in kleinem Kreise feiert, es ist ok, sich Essen liefern zu lassen. Sei es Pizza oder Sushi, Hauptsache du isst das, was dich an diesem Tag glücklich macht. Viele Restaurants bieten sogar ein weihnachtliches Menu an, welches abgeholt oder geliefert werden kann.

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Katrina Elena/Shutterstock.com

Habe ich alle Geschenke? Weniger ist oft mehr

Wie oft bin ich der Vorstellung erlegen, das perfekte Geschenk für mein Baby zu haben. Genaugenommen zweimal, denn zweimal hatte ich ein erstes Weihnachten mit Baby. Doch gibt es das perfekte Geschenk überhaupt? Sei ehrlich zu dir selbst: Das Baby braucht noch keine großen Anschaffungen. Selbst wenn Kindersitz, Lauflernwagen und Co auf dem Wunschzettel stehen, sind das perfekte Geschenke von der ganzen Familie.

Du musst nicht durch Läden gehen oder online viele Dinge bestellen. Schenke lieber eine besondere Kleinigkeit: die erste Spieluhr, das erste Instrument oder ein Fotobuch für Kinder mit Bildern der Familie. Das schenkte ich meinen Töchtern damals. Ein Baby erinnert sich nicht an die Geschenkeberge und am Ende musst du sie selbst wegräumen oder das Baby davon abhalten, das Papier zu essen.  Solltest du dennoch gern alles für das Baby aussuchen wollen, dann erstelle eine Geschenkeliste, von der alle Gäste etwas kaufen können.

Was ist eigentlich mit dem Baum passiert? Das erste Weihnachten mit Baby ist eben nicht perfekt

Wenn der Besuch sich angemeldet hat, das Menu steht und die Geschenke besorgt sind, fehlt noch etwas weihnachtliche Stimmung in deinen vier Wänden. Dein Partner besorgt den Weihnachtsbaum, du entstaubst die Weihnachtsdeko, gemeinsam wollt ihr den Baum aufstellen, doch dann weint das Baby. Babys weinen in den für uns unpassendsten Momenten und oft passiert es genau dann, wenn man vier Hände für etwas bräuchte.

Doch egal wann dein Baby dich braucht und du nicht zu dem kommst, was du machen willst: auch hier hilft dir Gelassenheit. Der Baum ist schief? Die Kerzen fehlen noch? Du konntest doch keine neuen Weihnachtskugeln passend zur Tischdekoration kaufen? Egal! Am Ende sind das vielleicht Details, an die du dich nicht mehr erinnerst.

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Weihnachten mit den Kindern. Yuganov Konstantin/Shutterstock.com

Ich erinnere mich daran, dass kurz vor Ankunft der Großeltern noch nichts fertig war. Der Baum musste noch geschmückt werden, die Kerzen ausgetauscht und das Baby sollte auch noch mal raus. Macht es euch einfach, so machte ich es damals. Den Baum habe ich mit meiner Mama zusammen geschmückt, während der Opa mit dem Baby spazieren war. Das klappte sogar so gut, dass ich noch Zeit für ein entspanntes Bad hatte, während der Rest der Familie das Weihnachtsessen vorbereitete.

Es war schön, unser erstes Weihnachten mit Baby. Jedes der beiden ersten Male. Denn nun, mit einiger Zeit Abstand erinnere ich mich kaum noch an den schiefen Baum, den angebrannten Rotkohl und das falsche Geschenk, dass ich für meine Mama bestellte. Ich erinnere mich an einen wunderbaren Abend voller Lachen, Kerzenschein und Familie. Dieses Gefühl bestimmt seit mehreren Jahren unser Weihnachten. Denn mit Kindern zieht nun mal das Chaos ein, aber es macht das Leben auch bunt. Es nützt also nichts, wenn wir alle erschöpft und genervt vor einem perfekt geschmückten Baum sitzen. Dann lieber unperfekt, laut und wunderbar.

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Kinder bringen Chaos ins Haus, aber auch Freude. Alliance/Shutterstock.com

6 Tipps mit denen das erste gemeinsame Weihnachten mit Baby entspannter wird:

  1. Sei nicht perfektionistisch, sondern gewinne an Gelassenheit. Auch an Weihnachten! Die Wohnung muss nicht perfekt sauber sein und die alte Deko vom letzten Jahr reicht auch.
  2. Wenn ihr Besuch bekommt, bitte jeden, etwas fürs Menu mitzubringen. So stehst du nicht tagelang in der Küche.
  3. Solltet ihr in kleiner Familie feiern und keine Kraft oder Zeit zum Kochen haben: Es gibt auch weihnachtliche Menus, die ihr euch liefern lassen könnt. Das geht aber auch für eine große Runde. Du musst es ja niemandem verraten.
  4. Spare manche To Dos auf, um sie gemeinsam mit der Familie zu machen. Schmücke den Baum mit den Großeltern oder geht alle zusammen spazieren. Vielleicht entwickeln sich so auch schöne Rituale für die kommenden Feste.
  5. Mach eine Wunschliste für das Baby. So weiß jeder, was er schenken kann und was ihr wirklich braucht. Schenke selbst auch nicht so viel, lieber etwas Besonderes.
  6. Habe mehrere Outfits parat – für dich und das Baby. Du wirst sie brauchen, vor allem wenn dein Baby oft Milch spukt.

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Bella Berlin

Unsere Autorin Bella Berlin ist studierte Journalistin, Mompreneur und Bloggerin auf familieberlin.de. Seit 3 Jahren schreibt sie dort über ihr Leben als Mutter, inzwischen zweier Töchter (3 und 1), über Vereinbarkeit, den Weg in die Selbstständigkeit und alles, was im Familienleben so passieren kann.

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