Fünf Fragen an Maren Zänker von Trueself Yoga

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Maren Zänker ist unser Yogamodel und hat in der 30. Schwangerschaftswoche mit uns das Keleya Move Programm aufgenommen. Dabei hat sie uns sowohl mit ihrer Fitness, als auch mit ihrer umwerfend positiven Ausstrahlung und inneren Gelassenheit beeindruckt. Damit hat sie sehr zur extrem guten Stimmung am Set beigetragen, die sich auch den Videos ansehen lässt. Weshalb das ehemalige Hollywood-Stuntgirl, der Parkour-Profifrau und Yogalehrerin in ihrer Schwangerschaft so gut drauf ist und wie es ihr kurz vor der Geburt geht, wollen wir von ihr wissen.

Wie bereitest du dich auf die Geburt vor? – Hast du eine Lieblingsyogaübung oder ein derzeitiges Lieblingsmantra?

Ich habe das Gefühl, dass mich mein 6 jähriger Yogaweg wunderbar vorbereitet hat. Einen besseren Geburtsvorbereitungskurs hätte mir mein Leben nicht schenken können.

Hier ein kleiner „Geburtsvorbereitungskurs“ aus meinem Leben:

Als ich im 4 Monat schwanger war, flog ich für 3 Wochen nach Indien ins Ashram.

In die Stille. Zeit nur für mich und der kleinen Seele in mir. Tiefe Verbindung durch Meditation. Ich besuchten diesen Ort schon einmal im Jahr 2016 und wusste, es war der richtige Zeitpunkt, zurückzukehren.

Ein abenteuerlicher Ausflug hat mich dort in Indien auf die Geburt vorbereitet: Es war ein sehr heißer Tag und die Ashram Gruppe wollte unbedingt einen Tempel in der Stadt besuchen. Ehrlich gesagt, hatte ich darauf nun überhaupt keine Lust! Ich wollte lieber im Ashram bleiben, mich unter einen Baum legen und die Ruhe genießen. Irgendetwas in mir bewegte mich aber dazu, meinen kleinen Rucksack zu packen und mitzufahren. Ein Bus holte uns vom Ashram ab. Als ich diesen entdeckte, wusste ich, dass diese Fahrt ein Abenteuer wird. Ziemlich schnell wurde mir bewusst, dass der Bus anscheinend keine Stoßdämpfer besaß und gemütlich von links nach rechts schaukelte. Die Fenster konnte man glücklicherweise öffnen,  um etwas Fahrtwind zu genießen. Jedoch kommt bei Stop & Go leider nicht viel Fahrtwind auf. Da standen wir nun im indischen Verkehr…bei fast 40 Grad. Baustellenlärm, Kuhglocken und Abgase.

Wäre alles noch okay gewesen wenn mir nicht plötzlich dermaßen übel geworden wäre. Gott sei Dank hatte ich meinen guten Freund Axel an meiner Seite. Er spürte ziemlich schnell, dass es mir nicht gut ging. Axel besorgte schon mal eine kleine Tüte für mich und ich dachte nur „wäre ich doch nur im Ashram geblieben“, aber es gab kein zurück mehr. Da saß ich nun in diesem verdammten Bus in Indien.

Auf meine Frage, wie lange es noch bis zum Ziel sei, kam die Antwort „ca. 2 Stunden“! Plötzlich stiegen in mir Emotionen auf. Aggressivität, Wut und Verzweiflung. Innerlich begann ein heftiger Kampf. Mit geschlossenen Augen saß ich vorgebeugt in diesem verdammten Bus und versuchte gegen diesen Widerstand, diese Situation anzukämpfen. Am liebsten hätte ich meine „Steinbock“-Hörner durch den Vordersitz gebohrt…ach was, den ganzen Bus einfach nur voll gekotzt. Der Straßenlärm wurde immer lauter und das Schaukeln stärker…mir wurde heiß und kalt. Mein Kreislauf verabschiedete sich auch so langsam. In diesem Moment packte mich Axel an beiden Oberarmen. Und hielt mich einfach nur fest. Es fühlte sich nach Geborgenheit und tiefes Vertrauen an. Ich hatte das Gefühl, dass mich mein Leben packte und mir zuflüsterte: 

„Du darfst loslassen und Dich dem Leben hingeben“- höre auf gegen den Widerstand anzukämpfen.

Es wurde ganz ruhig in mir und ich tauchte in die Hingabe hinein…In eine Art Meditation. Ich konzentrierte mich nur noch auf meine Atmung und ließ mich vertrauensvoll in die Hände meines Freundes fallen. Im Moment sein…ganz präsent. Und die äußeren Umstände zogen wie Wolken an mir vorbei.

Die schönste Erkenntnis kam also nicht auf der Yogamatte, im Tempel oder im Satsang, sondern in der unangenehmsten Situation überhaupt. Im Schaukel-Bus nach Pune.

Unser Leben bereitet uns auf alle Herausforderungen vor und Yoga hat mir beigebracht, die Zeichen bewusst wahrzunehmen und zu verstehen. Aufmerksam den Fluss des Lebens zu beobachten und vor allem zu vertrauen.

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Was machst du derzeit am liebsten und weshalb tut es dir so gut?

Am liebsten bin ich in der Natur unterwegs. Denn auch die Natur ist ein großartiger Lehrer und unsere Ur-Mutter. Meine Schwangerschaft war wie der Zeitlauf der Natur: Im Winter wurde ich schwanger, der Samen wurde gesetzt und durfte den Frühling und Sommer über fleißig zu einer wundervollen Pflanze heranwachsen. Nun steht der Herbst vor der Tür und die Früchte sind reif, die Ernte steht bevor. Es ist ein zauberhaftes Gefühl mit der Natur gemeinsam schwanger sein zu dürfen.

Besonders gerne nehmen wir – mein Partner und ich – uns Zeit für ein ausgehntes Wellnessprogramm: In den letzten Wochen haben wir mehrmals die Fontane Therme in Neuruppin (http://www.resort-mark-brandenburg.de/fontane-therme/) besucht. Das Sole-Becken ist dort unser absoluter Favorit! Schweben wie im Himmel oder auch wie im Fruchtwasser.

Bis zur 36. SSW habe ich Yoga unterrichtet und das hat mir unheimlich gut getan. Ehrlich gesagt vermisse ich es sehr. Es war aber an der Zeit loszulassen und mich ganz auf mich und mein Baby zu konzentrieren.

Dieser Übergang in den Mutterschutz, hat mich fühlen lassen, wie sehr ich meinen Beruf liebe und vor allem, wie dankbar ich dafür bin. Meine Transformation zur Mutter wird natürlich in meine Yogastunden, Workshops und Retreats mit einfließen. Beides miteinander zu verbinden ist ein absolutes Geschenk für mich. Das bedeutet für mich ein spiritueller Lehrer zu sein: die eigene Wahrheit und Erfahrungen zu teilen.

Was darf im Klinik-Koffer nicht fehlen und warum?

Bei dem Gedanken daran muss ich grinsen, denn meine Klinik-Tasche ist noch nicht gepackt. So langsam sollte ich damit aber mal anfangen. Immerhin befinde ich mich in der 38 SSW! Auf jeden Fall werde ich mich in meine kleine “Yogahöhle” begeben und mich vor meinen Altar stellen. Wie vor jeder Reise kommt ein Glücksbringer mit oder auch zwei oder drei. Mit Sicherheit wird ein passender Edelstein zur Geburt mit in meine Tasche hüpfen. Räucherstäbchen kommen wahrscheinlich nicht ganz so gut in der Klinik an. Wie bei Allem, verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl  wer oder was mit darf.

Mit welchem Gefühl gehst du in die Geburt?

In mir herrscht tiefes Vertrauen und eine wundervolle Ruhe. Der weibliche Körper wurde erschaffen, um Leben in die Welt zu bringen. Zu gebären. Das muss nicht immer ein Kind sein. Ein Schöpfungsprozess in jeglicher Art & Weise…eine kreative Idee. Bei mir ist es nun eine kleine Seele, die bald geboren wird. Und daran versuche ich mich immer zu erinnern: Ich darf diese kleine Seele auf die Welt bringen. Es ist also ein schöner Moment. Natürlich sind damit Geburtsschmerzen verbunden, aber jede Wehe wird mir dabei helfen, dieses kleine Wesen in meine Arme schließen zu dürfen.

Ich vertraue meinem treuesten Wegbegleiter, meiner Atmung.

Ich versuche ohne jegliche Erwartungen in die Geburt einzutauchen.

Ich sehe die Geburt als eine Meditation.

SEIN…ganz präsent mit dem was ist!

Hast du Tipps für die Schwangerschaft für andere werdende Mamas?

Ich kann jeder werdenden Mama natürlich Yoga und Mediation empfehlen!

In meiner Schwangerschaft, ganz besonders im ersten Trimester, gab es Momente, in denen ich nicht wusste, wohin mit meinen Emotionen & Gefühlen. Manchmal erkannte ich mich selbst nicht wieder: Ängste, Zweifel und alte Muster, die plötzlich auftauchten. Diese Transformation, gerade bei der ersten Schwangerschaft, sollte nicht unterschätzt werden.

Deshalb mein Tipp:

Sei gut zu dir selbst und gönne Dir Momente auf der Yogamatte und in der Stille.

Nehme Dir Zeit, um zu reflektieren, Dich zu verstehen und zu spüren!

Verstecke deine Emotionen und Gefühle nicht, sei mit ihnen und vor allem habe keine Angst, sie mit deinem Partner oder Freunden zu teilen.

Die Zeit auf der Yogamatte und mit dir selbst bringt dir Klarheit und hilft Dir dabei deinen Weg zu finden- den Weg zurück zu deinem wahren Selbst!
Mehr von Maren? Folge ihr auf Instagram: https://www.instagram.com/trueself_yoga/

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