Schwangerschaft und Stillzeit und das Coronavirus

Worauf du in der Schwangerschaft achten solltest

Dr. med. Judith Bildau 10.03.20
coronavirus in der schwangerschaft

Die Nachrichten überschlagen sich, die Supermarktregale sind leer gekauft und es ist eine große Unsicherheit unter den Menschen zu spüren- das Coronavirus ist mittlerweile in ganz Europa angekommen und auch in Deutschland gibt es bereits mehrere hunderte Erkrankungen. Möglicherweise machst auch du dir gerade große Sorgen, vor allem natürlich um dein ungeborenes Baby. Wir möchten alle wichtigen Informationen über das neuartige Coronavirus und die Gefahr einer möglichen Infektion in der Schwangerschaft mit dir teilen und dir außerdem wichtige Schutzmaßnahmen an die Hand geben.

Mehr Expertentipps für eine gesunde Schwangerschaft & Geburt in unserer App

Die Keleya App kostenlos downloaden

Sind Schwangere besonders anfällig für eine Infektion mit COVID-19?

Grundsätzlich sind Schwangere auf Grund ihres Immunstatus anfälliger für sämtliche Infektionen, so zum Beispiel auch für eine Grippeinfektion. Laut aktuellem Wissensstand sind Schwangere jedoch nicht stärker gefährdet als Nichtschwangere, einen schweren Krankheitsverlauf durch SARS-CoV-2 zu erleiden. Dies wird auch durch die WHO bestätigt. Weiterhin geht man davon aus, dass keine Übertragung des Virus von der Mutter auf das Ungeborene erfolgen kann.

Das Coronavirus – was ist das eigentlich?

Das Virus SARS-CoV-2 gehört zur Familie der Coronaviridae. Unter dem Elektronenmikroskop erscheint es so, als ob die Virushülle dieser Virenarten einen Strahlenkranz besäße, weshalb die einzelnen Viren auch als Coronavirus bezeichnet werden. Insgesamt gibt es verschiedene Arten der Coronaviren.

SARS wiederum steht für die Abkürzung „Schweres Akutes Atemwegssyndrom”, ein Krankheitsbild, das von dem Virus ausgelöst werden kann.

Seit Ende 2019, ausgehend von der chinesischen Stadt Wuhan, wird nun eine weltweite Ausbreitung des bis dahin unbekannten Virus SARS-CoV-2 beobachtet. Seit Ende Februar 2020 wurden erstmals Neuinfektionen außerhalb Chinas beobachtet.

Welche Symptome macht SARS-CoV-2?

Infizierte Menschen können eine Vielzahl von Symptomen haben. Häufig liegen einfache Erkältungserscheinungen, wie eine Schnupfnase, erhöhte Temperatur und Husten vor. Allerdings besteht auch die Gefahr einer schweren Lungenerkrankung bis hin zum bereits oben genannten „Schweren Akuten Atemwegssyndrom“. Schwere Verläufe werden meistens bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen beobachtet. Allerdings können auch junge und bis dahin völlig gesunde Menschen einen schweren Krankheitsverlauf erleiden. In diesen Fällen ist in der Regel eine intensivmedizinische Behandlung, häufig auch mit künstlicher Beatmung notwendig.

Wie ist die Inkubationszeit beim Coronavirus?

Die Inkubationszeit, das heißt die Zeit von der Infizierung bis zu ersten Krankheitszeichen, liegt laut WHO bei 5 bis 6 Tagen, in Einzelfällen bis zu 14 Tagen. Ein Problem scheint zu sein, dass infizierte Menschen besonders in dieser Zeit, also wenn sie noch gar nicht wissen, dass sie den Virus in sich tragen und beschwerdefrei sind, bereits eine hohe Infektiosität besitzen.

Wie erfolgt die Ansteckung mit dem Coronavirus?

Die Virusübertragung erfolgt hauptsächlich durch die sogenannte Tröpfcheninfektion, also dann, wenn virushaltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Atemwege kommen. Ein Beispiel: Ein erkrankter Mensch niest in die Hände und reicht diese danach einem anderen Menschen. Dieser fasst sich im weiteren Verlauf in sein Gesicht und der Virus gelangt in seine Atemwege oder in die Augenbinnenhäute.

Wie gefährlich ist das Coronavirus und wer ist besonders gefährdet?

Die Mortalität des SARS-CoV-2, also die Gefahr durch eine bestehende Erkrankung zu versterben, liegt nach aktuellem Wissensstand bei ein bis zwei Prozent. Eine gezielte Therapie der Infektion gibt es bislang noch nicht.

Alle Menschen können sich mit dem neuartigen Coronvirus infizieren. Für den größten Teil stellt diese Infektion jedoch keine große Gefahr dar. Alte Menschen, Menschen mit schweren Vorerkrankungen (vor allem mit chronischen Lungen- und Nierenerkrankungen) sowie abwehrgeschwächte Menschen (z.B. durch eine Immunsupression, der Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems nach Organtransplantation oder Krebspatienten/innen) haben ein deutlich höheres Risiko, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Aktuelle Informationen hierzu findest du beim Robert Koch Institut.

Mehr Expertentipps für eine gesunde Schwangerschaft & Geburt in unserer App

Die Keleya App kostenlos downloaden

Müssen Stillende und Eltern mit Neugeborenen besonders vorsichtig sein?

Das Virus kann nach aktuellen Erkenntnissen nicht durch Muttermilch auf das Kind übertragen werden, weswegen auch bei einer Infektion weiter gestillt werden kann. Um eine Übertragung des Virus über eine Tröpfeninfektion zu vermeiden, sollten stillende Mütter vor dem Anlegen gründlich ihre Hände waschen und desinfizieren sowie während des Stillens einen Mundschutz tragen.

Laut jetzigem Wissensstand und der Erfahrung der letzten Monate können sich Kinder zwar auch mit dem Coronavirus anstecken und es übertragen, leiden aber in der Regel nicht unter schweren Symptomen, sondern haben einen milden Krankheitsverlauf. Bislang sind keine Todesfälle bei Kindern, die an dem Coronavirus erkrankt sind, bekannt.

Wie kannst du dich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen?

Auch eine vorbeugende Impfung gegen SARS-CoV-2 ist noch nicht vorhanden. Allen Schwangeren wird allerdings geraten, sich gegen Grippe impfen zu lassen, damit eine zeitgleiche Infektion mit einem möglicherweise schweren Verlauf nicht möglich ist.

Wenn du folgende vorbeugende Maßnahmen beachtest, kannst du dich und auch deine Mitmenschen gut vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 schützen:

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist die richtige Hygiene und soziale Distanz!

  • Regelmäßiges, richtiges Händewaschen (ganz wichtig: neben Handflächen und -rücken besonders an die Fingerzwischenräume denken!), ggf. Benutzen von Desinfektionsmittel (rein antibakterielle Desinfektionsmittel reichen nicht aus, sie müssen explizit viruzid sein!)
  • In die Ellenbeuge niesen und husten
  • Aktuell auf einen Handschlag und Umarmungen bei der Begrüßung verzichten
  • Halte zwei Meter Abstand zu anderen Menschen, um die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen
  • Benutzte Taschentücher in einem geschlossenen Behälter entsorgen
  • Bei Erkältungen empfiehlt sich das Tragen eines Mundschutzes
  • Zu hustenden, niesenden Menschen einen Abstand von etwa 1 bis 2 Metern halten – in der aktuellen Situation empfiehlt sich ein genereller zwischenmenschlicher Abstand von etwa einem Meter, das bedeutet auch, große Menschenansammlungen zu vermeiden.

Du möchtest dich bequem von Zuhause aus auf die Geburt vorbereiten? Dann nutze jetzt den digitalen Geburtsvorbereitungskurs von Keleya!

Download Now

Was tun beim Verdacht auf eine Corona-Infektion?

Hast du spezifisch Symptome, wie Erkältungszeichen, Fieber und/oder Atembeschwerden, ist es wichtig, dass du dich NICHT in das Wartezimmer deines Hausarztes/deiner Hausärztin begibst. Du könntest dort weitere Anwesende anstecken.
Bitte rufe in diesem Fall in der Praxis oder im nächstgelegenen Krankenhaus an und frage, wohin du dich wenden sollst. Mittlerweile gibt es spezielle Standorte, wo bei Verdachtsfälle Abstriche, die später untersucht werden, entnommen werden können.
Vermeide, solange der Verdacht auch eine SARS CoV-2-Infektion besteht, unbedingt den Kontakt zu anderen Personen.
Wenn zu einer Person, die mit dem neuen Coronavirus infiziert ist, Kontakt hattest, wende dich bitte unverzüglich an zuständiges Gesundheitsamt.

Bereite dich gut auf die Geburt vor und bewahre Ruhe!

Wenn du die empfohlenen Hygienemaßnahmen beachtest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dich vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützen zu können. Das Robert Koch-Institut (RKI) mahnt eindringlich zum Abstandhalten. Aus diesem Grund finden derzeit auch keine Geburtsvorbereitungskurse statt. Die Geburtsvorbereitung ist allerdings wichtiger denn je, damit du zuversichtlich in die Geburt gehen kannst. Die Situation in den Krankenhäusern ist derzeit (Stand 20. März 2020) deutschlandweit sehr unterschiedlich: Es ist derzeit nicht sicher, dass eine Begleitperson mit in den Kreissaal kommen kann. Online Geburtsvorbereitungskurse, wie der Keleya Geburtsvorbereitungskurs bieten daher eine sehr gute Alternative. Den Kurs kannst du ganz bequem von Zuhause aus machen. Er enthält alle Inhalte, wie ein ein Kurs vor Ort und ist von der Hebamme Sabine Kroh (seit 30 Jahren Hebamme) und weiteren interdisziplinären Experten, wie z.B. Gynäkologen, erstellt. Er wird von einigen Krankenkassen (zum Beispiel der AOK Plus und Ottonova) bereits erstattet.

Mein Rat als Frauenärztin:

Angst ist ein schlechte Ratgeber. Viel sinnvoller ist ein besonnener und verantwortungsvoller Umgang mit der aktuellen Situation. Dies rät auch das Bundesgesundheitsministerium. Bleibe also Zuhause und mache es dir in nächster Zeit besonders gemütlich. Verwöhne dich mit Dingen, die dir guttun und konzentriere dich auf dich und dein Baby. Bitte lasse dich von der allgemeinen Panik nicht anstecken, sondern genieße die besondere Zeit deiner Schwangerschaft. Bist du unsicher oder hast weitere Fragen, wende dich bitte ruhigen Gewissens an deine Frauenärztin/ deinen Frauenarzt und/oder deine Hebamme.

Einen weiteren Artikel unserer Autorin Judith Bildau zum Thema Geburt zur Zeit von Corona findest du hier: https://mutterkutter.de/geburt-und-corona/

Wie wäre es zur Entspannung mit einer Meditation oder einem Yoga Workout Zuhause mit der Keleya App? 

Hol dir jetzt die App



Baby Ausstattung

Baby Ausstattung nach der Geburt

Was brauchen wir denn nun für die kleine Clara? Und viel wichtiger: Was brauchen wir nicht?! So viel darf ich verraten: Die Meinungen gehen hier ein Stück weit auseinander.

wie-es-ist-vater-werden

Ich werde Vater

Beginnen wir mal mit einer einfachen Wahrheit: Du wirst die Geburt deines Kindes, wenn du als Vater dabei bist, niemals vergessen.

Vater werden

280 Tage, die das Leben verändern – Vater werden, aber wie?

Vater werden ist nicht schwer, dichtete einst Ernst Busch, aber heutzutage kommen die Kinder nicht einfach so. Werdende Väter, für die das Vaterwerden in erster Linie eine Kopfgeburt ist, machen sich jede Menge Gedanken und haben Fragen, auf die sie zunächst keine Antworten haben