Heißhungerattacken in der Schwangerschaft? 5 Tipps gegen Schwangerschaftsgelüste

Nahezu jede Schwangere kennt sie: Gelüste auf bestimmte Nahrungsmittel. Was einem im ersten Moment lecker vorkommt, kann im nächsten schon für Übelkeit und Ekel sorgen. Schwangerschaftsgelüste sind unberechenbar und können es Schwangeren und auch ihren Partnern ganz schön schwermachen. Warum? Welcher Partner geht schon gern abends um 22 Uhr los, um der werdenden Mama Eis und Gurken zu holen, um dann nach der Rückkehr zu hören: „Ach Schatz, Knäckebrot und Möhren wären mir jetzt lieber, bei Eis wird mir schlecht.“

Schwangerschaftsgelüste und ihre Ursachen

Doch wo kommen sie her, die Gelüste in der Schwangerschaft? Vor allem zu Beginn der Schwangerschaft tritt ein starker Appetit auf bestimmte Speisen auf. Der Körper stellt sich in dieser Zeit nahezu komplett um – schließlich wächst darin ein Mensch heran. Die Theorien, was der Grund für Schwangerschaftsgelüste ist und warum es oft seltsame Geschmackskombinationen wie Eis mit Gurken sein sollen, sind verschieden.

Viele vertreten die Meinung, die Ursache liegt – wie in so vielem in der Schwangerschaft – an den Hormonen. Vor allem der Geruchs- und Geschmackssinn sind davon betroffen und reagieren auf manche Gerüche und Geschmacksrichtungen verschieden. In der anfänglichen Zeit der Schwangerschaft stellt sich der Körper auf das Baby ein und soll mit dem Appetit auf bestimmte Lebensmittel dafür sorgen, dass Körper und Kind das bekommen, was sie benötigen. Schließlich steigt in dieser Zeit der Nährstoffbedarf an. Ob Vitamin B durch Schokolade, Eisen durch rote Beete oder Calcium durch Milchprodukte: es könnte viele Gründe haben, dass du auf einmal so unterschiedlich und ungewöhnlich isst.

Vielleicht liegen die Gelüste aber auch daran, dass dein Körper ein paar Reserven anlegen will. Vor allem schlanken Frauen wird nachgesagt, dass ihr Körper durch dieses Essverhalten und auch Heißhungerattacken ein paar Fettreserven anlegen möchte. Grundsätzlich sind Schwangerschaftsgelüste kein festes Symptom einer Schwangerschaft. Manche Frauen haben sie, andere bleiben verschont. Ab der 14. Schwangerschaftswoche sollte sich der Appetit aber eingependelt haben, so dass der Körper weniger unvorhergesehene Attacken auf saure Gurken mit Schokolade oder Oliven in Pudding bekommt.

Schwangerschaftsgelüste_shutterstock_ Monika Olszewska Kopie
Monika Olszewska/Shutterstock.com

Essen für zwei, geht das?

Es ist ratsam, nicht mit den Essattacken zu übertreiben. Denn nur, weil in dir ein Baby heranwächst, heißt es nicht, dass du für zwei essen musst. Aber auch die Devise „Mein Körper signalisiert mir, was er braucht und er braucht eben viel Schokolade“ kann schwere Folgen haben, wie eine Schwangerschaftsdiabetes. Ab und zu Schokolade oder andere Süßigkeiten sind durchaus erlaubt, aber sie sollten nicht den gesamten Speiseplan bestimmen.

Vor allem bei vielen Heißhungerattacken auf Süßigkeiten sollte man darauf achten, sich sehr ausgewogen und gesund zu ernähren. Denn auch eine starke Gewichtszunahme kann die Folge sein. Das macht nicht nur die Schwangerschaft beschwerlicher, auch nach der Geburt machen dir die Pfunde das Leben schwer und sind nicht so schnell wieder weg, wie sie genüsslich da waren.

Die Behauptung „Nun iss, du isst für zwei“ ist demnach nicht richtig. Ohne Babybauch hat eine Frau einen Grundbedarf von 2.200 bis 2.400 Kalorien. Mit Ende des ersten Trimesters steigt dieser Bedarf aber nur um 200 bis 300 Kalorien. Es darf also bei weitem nicht doppelt gegessen werden, denn das entspricht einem Joghurt und einem Stück Obst zusammen. Du musst also nicht jede Kalorie aufzählen, aber dennoch sollte eine ausgewogene und gesunde Ernährung im Mittelpunkt stehe – mit einem Stück Schokolade zwischendurch.

Schwangerschaftsgelüste_shutterstock_LightField Studios Kopie
Nicht doppelt so viel, sondern doppelt so gesund essen! LightField Studios/Shutterstock.com

5 Tipps gegen Schwangerschaftsgelüste

  1. Auch wenn Gelüste und Heißhunger auf bestimmte Dinge dem Baby nicht schaden, sind sie nicht immer angenehm. So kannst du mit ein paar Tricks die Schwangerschaftsgelüste im Zaum halten:
  2. Heißhunger auf Süßigkeiten ist oft ein Indiz für einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel. Da Einfachzucker aus Schokolade und Co diesen nur kurz steigern und er dann schnell wieder rapide sinkt, helfen regelmäßige Snacks zwischendurch. Nüsse, Studentenfutter oder eine Banane helfen dir zwischen den Mahlzeiten.
  3. Auch die drei Hauptmahlzeiten am Tag sollten ausgewogen und gesund sein. So bekommt der Körper alles, was er braucht und kann gar nicht signalisieren, dass ihm gerade irgendwas fehlt. Viel Getreideprodukte, Gemüse und Obst versorgen ihn nicht nur mit (Frucht-) Zucker, sondern auch mit Ballaststoffen und Vitaminen. So sollte der Blutzuckerspiegel konstant bleiben.
  4. Lenke dich von deinen Heißhungerattacken ab. Nicht durch TV oder ein Buch, denn dann ist der Kühlschrank immer noch in greifbarer Nähe. Gehe zum Yoga, Sport oder Spazieren. Bewegung bringt deinen Kreislauf in Schwung, lenkt dich ab und vielleicht rechtfertig diese auch das nächste kleine Stück Schokolade.
  5. Ein üppiges, ausgewogenes Frühstück hilft. Nach einer langen Nacht und einem hektischen Morgen braucht eine Schwangere besonders viele Nährstoffe. Die größte Mahlzeit sollte deswegen das Frühstück sein. So hat der Körper genug Reserven für den Tag und kann darauf zurückgreifen. Wie wäre es mit Obstsalat oder einem Vollkorn-Avocado-Brot?
Schwangerschaftsgelüste_shutterstock_Syda Productions Kopie
Syda Productions/Shutterstock.com

Du hast alle Tipps beherzigt, aber die Schokoladentorte geht dir nicht aus dem Kopf? Dann mach dir einen Plan: Ernähre dich besonders ausgewogen und gesund und gönne dir dafür gelegentlich die lang ersehnte Torte.

Übrigens: eine lange Überlieferung ist es auch, dass die Gelüste in der Schwangerschaft auf das Geschlecht hinweisen. Bevorzugt man eher salzig und sauer, wird es ein Junge. Isst man lieber süße Sachen, soll es ein Mädchen werden. Und, was würde es dann bei dir werden?

Published by

Bella Berlin

Unsere Autorin Bella Berlin ist studierte Journalistin, Mompreneur und Bloggerin auf familieberlin.de. Seit 3 Jahren schreibt sie dort über ihr Leben als Mutter, inzwischen zweier Töchter (3 und 1), über Vereinbarkeit, den Weg in die Selbstständigkeit und alles, was im Familienleben so passieren kann.

Leave a Reply