Schwangerschaftstee: wozu ist er gut?

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Tee oder doch lieber Kaffee?

In Sachen Heißgetränk ist die Schwangerschaft oft eine Zeit der Neuorientierung. Gar nicht so wenige Schwangere reduzieren ihren Kaffeekonsum oder möchten das tun. Viele entwickeln sogar eine Abneigung dagegen. In Geschmackfragen ist die Schwangerschaft ja manchmal wirklich eine Sache für sich: Lang Gewohntes schmeckt plötzlich nicht mehr (gerade am Anfang oft in Kombination mit fieser Übelkeit oder komischem Geschmack im Mund), dafür muss es jetzt ein fancy-gesunder Saft sein (Acerola-Ananas-Goji-Kokos, den es nur am anderen Ende der Stadt gibt) oder etwas ganz besonders, wie Waldmeister.

Kaffee in der Schwangerschaft – Worauf ist zu achten?

Vielleicht konntest du dir vor dem Schwangersein einen Start in den Tag ohne Kaffee kaum vorstellen. In der Schwangerschaft aber vergeht vielen Frauen manchmal unerklärlicherweise die Lust darauf. Du magst ihn plötzlich einfach nicht mehr so sehr. Wenn doch, sei aber unbesorgt: Kaffeekonsum wurde schon mehrfach und ausführlich auf seine Auswirkung auf Schwangerschaft und Baby erforscht.

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Moderater Kaffeekonsum schadet dem Baby definitiv nicht, zu keiner Zeit während der Schwangerschaft. Man spricht hier immer gern von einer sicheren Menge »nicht über drei Tassen pro Tag«. Ob das Double-Shot-Barista-Espresso ist oder Tankstellenplörre sein soll, finde ich persönlich interessant, denn natürlich gibt es bei dem Begriff „eine Tasse“ durchaus größere Bedeutungsunterschiede, die sich durchaus auf die Koffeinmenge pro Getränk auswirken, meistens wird das in den Studien aber nicht wirklich differenziert, stattdessen wird eine mg-Anzahl pro Tag oder Tasse genannt. Einigen wir uns also auf eine Gesamtmenge von 300 mg Koffein pro Tag, die unbedenklich sind, das sind immerhin sechs Espresso oder drei Liter Cola (!). Risiken, die man mit diesen Studien ausschließen wollte, waren etwa ein erhöhtes Fehlgeburtenrisiko und ein niedrigeres Geburtsgewicht, diese konnten sämtlich nicht bestätigt werden.

Allerdings hat Kaffee einen Einfluss auf deine Neurotransmitteraktivität, er ist somit eine psychoaktive Droge, deshalb trinkt man ihn ja. Solltest du also Probleme mit Themen aus dem Symptomkreis innere Unruhe, diffuse Ängste, Schlaflosigkeit, Restless Legs, Ruhelosigkeit haben, solltest du deinen Kaffeekonsum einmal überdenken. Du bist schwanger und in vielerlei Hinsicht möglicherweise sensibler als sonst. Dessen kannst du dir immer mal wieder bewusst werden. Wenn Du darauf empfindlich reagierst, ist es sinnvoll, auf koffeinfreien Kaffee umzusteigen, denn manchmal geht es eben auch um das Gefühl und die „Lust auf einen Kaffee“.

Häufig wollen Schwangere aber auch etwas Spezielles trinken, was an diese besondere Zeit angepasst ist. Sicherlich gibt es ja eine große Auswahl an Schwangerschaftstees aus traditionellen Frauenkräutern. Aber was machen diese genau und wozu sind sie gut?

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Schwangerschaftstee: die richtige Kräutermischung macht’s! Foto: Antonio Diaz

Schwangerschaftstee: gesund versus lecker

Grundsätzlich stellt eine gesunde Schwangerschaft natürlich keine Indikation dar, einen Arzneitee zu trinken. Deshalb sind viele dieser Tees eben auch keine Arzneien, sondern Genusstees. Also eine Kombination von Kräutern, die natürlich eine überlieferte sanfte und positive Wirkung auf die Schwangerschaft haben, kombiniert mit Kräutern ohne spezifische Wirkung „gegen etwas“ sind (aber natürlich auch nicht gänzlich frei von überlieferter Wirkung). Darüber hinaus dürfen Arzneitees auch nicht frei im Handel, also überall dort, wo nicht Apotheke draufsteht, erhältlich sein, weder im Internet, noch im Ladengeschäft. Im besten Fall schmeckt ein Schwangerschaftstee aber nicht medizinisch, sondern richtig lecker.

Bewusster Genuss und optimale Unterstützung in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft

Das Schwangersein will zelebriert und mit bewusstem Genuss verbunden sein! Dass ich selbst keinen guten Tee fand, der auch noch schmeckte, war für mich vor 13 Jahren, kurz bevor ich selbst mit meiner ersten Tochter schwanger wurde, die Anstoß, into life zu gründen und Schwangerschaftstee mit all meinem Hebammenwissen selbst zu produzieren. Und zwar einen, den ich selbst mochte und guten Gewissens „meinen Schwangeren“empfehlen konnte.

Mit „GUTER HOFFNUNG“ gab es ihn dann – Einen Schwangerschaftstee der leckeren Art mit vielen wohltuenden Kräutern und Blüten: Frauenmantel schützt und stabilisiert in allen Phasen der Schwangerschaft, Himbeerblätter wirken durchblutungsfördernd und stärkend, Melisse schenkt heitere Gelassenheit. Die feinen Rosenblüten haben etwas königlich Weibliches, genau wie Du jetzt. Sie geben Teemischungen zusammen mit Orangenschalen und Lemongras einen besonders feinen Geschmack.

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Am Ende der Schwangerschaft, wenn geburtsvorbereitende Aspekte mehr in den Vordergrund treten, sollte der Himbeerblätteranteil erhöht werden. Ab der 34. Schwangerschaftswoche sollen zwei bis drei Tassen des Himbeerblättertees pro Tag ausreichen, um die Beckenmuskulatur und den Muttermund aufzulockern und eine schnelle und einfache Geburt zu fördern. Deshalb habe ich Guter Hoffnung 2 zusammengestellt. Mittlerweile gibt es drei unterschiedliche into-life-Schwangerschaftstees, für verschiedene Aspekte, Stimmungen und Phasen der Schwangerschaft.

Die wichtigsten drei Kräuter in Schwangerschaftstees

Frauenmantel wirkt ausgleichend und kräftigend

Frauenmantel, vermutlich das wichtigste Frauenkraut überhaupt, ist in seinem Wesen genau das, was für viele Frauen in unterschiedlichen Situationen rund um das Kinderkriegen eine Hilfe und Unterstützung ist. Das Blatt dieses Rosengewächses symbolisiert einerseits den weichen Schoß einer Frau, der rhythmisch jeden Morgen einen Tropfen gebiert, der im Kelch des Blattes wie ein Tautropfen funkelt. Gleichzeitig wirkt sein flaumiges Blatt wie ein schützender Mantel, der sich um alle Wesensmerkmale des fruchtbaren Lebens herumlegt. Es wirkt ausgleichend auf die hormonelle Situation, kräftigt die Gebärmutter und schützt das Baby, das in deinem Schoß behütet heranwächst.

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Himbeerblätter fördern die Durchblutung im Becken

Nach traditionellem Hebammenwissen gehören auch Himbeerblätter in die Reihe der unverzichtbaren Frauen- und Fruchtbarkeitskräutern. Sie gelten als geburtsvorbereitend, fördern die Durchblutung im kleinen Becken, lockern den Muttermund und kräftigen die Gebärmuttermuskulatur. Sie finden auch schon ganz zu Beginn der Schwangerschaft Anwendung, sie sind wichtiger Bestandteil von Kinderwunschtees.

Hier und da liest man, Himbeerblätter lösten Wehen aus – das tun sie nicht! Ab der 36. Schwangerschaftswoche kannst du täglich 1 bis 2 Tassen davon trinken, um den Termin herum auch mehr, wenn er dir schmeckt. Es ist dabei nicht notwendig, spezielle Rhythmen einzuhalten oder definierte Pausen zu machen.

Melisse beruhigt

Melisse ist eine wohlriechende Pflanze mit frisch-krautigem, zitronigem Duft. Sie wirkt ausgleichend bei allen Formen innerlicher Spannung und Überlastung, wie ein weicher Filter, der sich schützend über das Zuviel des geschäftigen Lebens legt. Dieser Weichzeichner gleicht Empfindlichkeiten gegen das »raue Leben da draußen« aus. Gleichzeitig fördert Melisse die Sensitivität für intuitives Spüren und Handeln, es stärkt die Herz-Intelligenz und führt dich zu den Dingen, die gerade wirklich wichtig sind.

Noch ausführlichere Beschreibungen und weitere Anwendungsgebiete finden sich auch in meinem im September 2017 veröffentlichten Buch „Guter Hoffnung“.
Hebammenwissen Feature Image

Kareen Dannhauer arbeitet als freiberufliche Hebamme im Berliner Prenzlauer Berg und ist Mutter zweier zu Hause geborener Töchter. Nach über 20 Berufsjahren weiß sie, dass sich fast alle Beschwerden entweder durch aggressives Abwarten oder sanfte und gleichzeitig tiefgreifende Methoden der Naturheilkunde auflösen, lindern oder integrieren lassen. Einen wesentlichen Teil ihrer Arbeit bildet dabei die »sprechende Medizin« Medizin« – die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. 2004 gründete sie ihre eigene Kräutertee-, Kosmetik- und Naturheilmittellinie für schwangere Frauen: into life – hinein ins Leben.

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