Stolpersteine in der Stillzeit

Interview mit der Hebamme Sabine Kroh

Bella Berlin 02.04.19

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Stillen ist eigentlich das natürlichste der Welt, trotzdem können viele Frauen nicht entspannt und einfach stillen, weil sie z.B. wunde Brustwarzen oder Flachwarzen haben. Über eventuelle Stolpersteine und Probleme beim Stillen haben wir mit Hebamme Sabine Kroh gesprochen. Sie gibt Tipps zu Milchstau, Milchbildung und Co. Denn gerade zu Beginn einer Stillbeziehung sind Frauen unsicher und wissen nicht, was gut für das Baby und auch sich selbst ist.

Wo siehst du Stolpersteine in der Stillbeziehung zwischen Mama und Baby?

Sabine Kroh: Gerade am Anfang merke ich immer wieder, dass sich Frauen schon früh sehr unter Druck setzen. Sie haben feste Vorstellungen davon, wie das Stillen läuft und damit die Erwartungshaltung, dass es von Beginn an klappt. Dabei haben sich viele davor kaum mit dem Stillen auseinandergesetzt, werden ungeduldig und geraten in Stress, wenn es nicht sofort klappt. Das führt auch dazu, dass sie schnell aufgeben wollen und enttäuscht von sich selbst sind. Den Druck machen sich Frauen aber nicht nur selbst – er kommt auch von außen.

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Was viele oftmals unterschätzen, ist das Anlegen des Babys wenige Stunden nach der Geburt – am besten noch im Kreißsaal. Wenn die jungen Mütter dort gut unterstützt und beraten werden, klappt das Stillen von Anfang an und generell besser. Denn gerade am Anfang ist die Unsicherheit manchmal groß und steht vielen Frauen im Weg. Das muss nicht sein.

Ist ein Problem beim Stillen immer gleich ein Grund, abzustillen?

Sabine Kroh: Es gibt kaum Gründe, bei denen es notwendig ist, abzustillen. Bei jedem Problem und auch jeder Unsicherheit, sollten sich junge Mütter von einer Hebamme helfen lassen oder eine Stillberatung aufsuchen. In der Regel gibt es viele Tipps, Tricks und Helfer, die das Abstillen verhindern können. Manchmal müssen Frauen jedoch abstillen, weil sie Medikamente nehmen müssen, die notwendig sind und zu denen es keine stillfreundliche Alternative gibt.

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Ein Grund, warum viele Frauen nicht entspannt Stillen: sie haben zu wenig Milch. Woran kann das liegen und wie kann die Milchbildung unterstützt werden?

Sabine Kroh: Die Vermutung, eine Frau habe zu wenig Milch, kommt immer dann auf, wenn das Baby zu wenig trinkt und somit langsamer zunimmt und gedeiht. Das muss aber nicht an „zu wenig Milch“ liegen, denn Mutter und Kind gehören in der Stillbeziehung untrennbar zusammen. Der Bedarf des Babys regelt die Milchmenge der Mutter. Das hat zum einen etwas damit zu tun, wie oft das Kind angelegt wird, aber auch, wie es an der Brust angelegt wird und trinkt. Diesem Bedarf kommt die Brust dann nach und regelt dementsprechend die Milchproduktion. Häufig gibt es Probleme beim Anlegen, aber das können Mama und Baby üben.

Schlaf- und Stillbustier von Medela
Foto: Medela

Wenn sich Milchmenge und Baby zu Beginn noch nicht so gut aufeinander eingespielt haben, hilft auch eine Milchpumpe wie die Medela Swing Flex, um die Milchproduktion anzuregen. Das sollte aber stets in Kombination mit der richtigen Anlegetechnik und dem Blick aufs Baby erfolgen, ob es wirklich gut trinkt. Doch um die Brust da auszutricksen, kann man mit einer Milchpumpe nachhelfen. Denn die Brust merkt ja nicht, ob das Baby trinkt oder eine Pumpe arbeitet. Um die Milchbildung auch noch anzuregen, sollte man sich gerade vor und nach der Geburt gesund und ausgewogen ernähren. Denn die Ernährung und die eigene Trinkmenge hat einen enormen Einfluss auf die Muttermilch.

Gerade in der ersten Zeit mit dem Baby kommt es bei vielen Müttern zu einer Brustentzündung oder einem Milchstau. Ist das ein Grund abzustillen?

Sabine Kroh: Das sind beides vollkommen unterschiedliche Sachen und beides  kein Grund abzustillen. Einen Milchstau zum Beispiel kann man relativ schnell lösen, indem man das Kind öfter anlegt und sich so der Milchbedarf auf natürliche Weise wieder regelt. Sollte man das nicht so einfach hinbekommen, folgt oft eine Brustentzündung.

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Was können Frauen gegen eine entzündete Brust tun? Ab wann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen?

Sabine Kroh: Ist eine Entzündung entstanden, sollte das Baby weiterhin gut und richtig angelegt werden. Manchmal hilft es, die Brust mithilfe einer Milchpumpe zusätzlich beim Entleeren zu unterstützen. Wichtig ist auch, die entzündeten Stellen zu kühlen. Gegen die Entzündung helfen zum Beispiel die Hydrogel-Pads von Medela, die zusätzlich die Wundheilung unterstützen. So kann die Entzündung schneller aus dem Körper gezogen werden. Bei einer Entzündung kommt es oft auch relativ schnell zu hohem Fieber – ungewohnt für viele Frauen. Dann hilft vor allem viel Ruhe, kühlen und eine gute Stillbeziehung. Sollte es nach 48 Stunden nicht besser werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Oft verschreibt der Arzt Antibiotika, die sind aber meist verträglich mit dem Stillen.

Ein weiteres Problem, was viele Frauen zu Beginn ihrer Stillzeit haben: Entzündete Brustwarzen. Kann dem vorgebeugt werden?

Sabine Kroh: Bevor sich eine Brustwarze entzündet, ist sie oft sehr in Mitleidenschaft gezogen. Denn die Brustwarzen sind die Belastung von häufigem Stillen nicht gewohnt und werden zunächst wund. Aber auch die falsche Stillposition und Anlegetechnik des Babys kann ein Grund für wunde Brustwarzen sein. Da helfen Cremes wie der Purelan Brustwarzencreme von Medela, um die Haut zu pflegen.

Purelan Brustwarzen Creme von Medela für wunde Brustwarzen
Purelan Brustwarzen Creme, Foto: Medela

Auch viel Luft an die Haut lassen, hilft ihr bei der Regeneration. Es gibt zum Beispiel Brustwarzenschutz, der trotz BH und Kleidung einen gewissen Abstand zwischen Haut und Stoff lässt und so bei wunden Brustwarzen hilft. Meist helfen diese Mittel recht schnell, aber auch das ist abhängig vom Hauttyp.

Prinzipiell gilt, dass es am Anfang immer ungewohnt und auch ein bisschen schmerzhaft ist. Das Stillen muss sich bei Mutter und Kind erst einspielen, das ist für beide erstmal ungewohnt.

Während manche Frauen zu wenig Milch für ihr Baby haben, haben andere zu viel. Was kann man dagegen tun? Gibt es Produkte, die bei starkem Milchfluss helfen?

Sabine Kroh: Es gibt Frauen, die zu viel Milch haben. Aber das ist relativ selten. Da muss geschaut werden, warum die Milchbildung verstärkt ist. Manche Frauen legen ihr Baby zum Beispiel zu oft an. Ist das ausgeschlossen, kann mit Salbeitee die Milchmenge auf natürliche Weise reguliert werden. Diese Maßnahmen sollten allerdings vorher mit einer Fachperson, wie einer Hebamme besprochen werden.

Eine App für die Schwangerschaft

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Ein gut und vor allem angenehm festsitzender Still-BH wie der Schwangerschafts- und Still-BH von Medela hilft, dass die Brust gerade zu Beginn gut gehalten wird. Ebenso ist es sinnvoll, die Brust zu kühlen und damit die Milchbildung etwas zu verringern. Auf lange Sicht haben Frauen selten zu viel Milch, die meisten Probleme bestehen nur zu Beginn der Stillbeziehung. Sollte bei der Frau beim Stillen der einen Seite gleichzeitig Milch aus der anderen Brust austreten, helfen Milchauffangschalen oder Stilleinlagen, um die Milch aufzufangen und die Kleidung zu schützen.

Babys wissen instinktiv, wo sie die Milch finden und haben auch einen angeborenen Saugreflex. Trotzdem scheint es manchmal zwischen Mutter und Baby nicht zu passen. Der Grund: Die Frau hat Flach- oder Hohlwarzen. Warum ist damit das Stillen nicht so einfach und kann man dagegen etwas machen?

Sabine Kroh: In der Regel sollten Frauen schon in der Schwangerschaft schauen, ob sie Flach- oder Hohlwarzen haben. Das bemerken meist die Hebammen oder Ärzte bei Untersuchungen. Wenn das der Fall ist, helfen sogenannte Brustwarzenformer. Diese sollten dann in den letzten vier bis fünf Wochen der Schwangerschaft getragen werden. So wird die Brustwarze schon geformt.

Aber auch während des Stillens gibt es Tricks, die Brust aufs Stillen vorzubereiten. Zum Beispiel helfen Stillhütchen wie die Contact Brusthütchen von Medela, denn sie täuschen dem Baby eine perfekte Brustwarze vor. Ob Stillhütchen wirklich helfen und die richtige Wahl sind, sollten Frauen am besten mit ihrer Hebamme abklären, denn Stillhütchen können andere Probleme mit sich bringen, wenn sie falsch genutzt werden. Generell gilt, dass Stillhütchen nur eine vorübergehende Lösung sein sollten. Die meisten Frauen nutzen sie nur in den ersten Tagen nach der Geburt. Dann sind sie souveräner und sicherer mit sich und auch im Umgang mit ihrem Baby.

Can Baby come out and Play. Schwangere Frau trägt Medela Still-BH.
Foto: Medela

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Babys wissen instinktiv, wo sie die Milch finden und haben auch einen angeborenen Saugreflex. Trotzdem scheint es manchmal zwischen Mutter und Baby nicht zu passen. Der Grund:


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