Was passiert im 3. Trimester?

Dr. med. Judith Bildau 11.09.19
3. trimester schwangerschaft

Nun bist du schon in deinem letzten Schwangerschaftsdrittel angelangt. Einige Schwangere empfinden es so, als ob die Zeit rast, anderen wiederum geht es viel zu langsam und sie zählen ungeduldig die Wochen bis sie ihr Baby endlich in den Armen halten dürfen. Beides ist völlig normal und absolut in Ordnung. Auf jeden Fall rückst du mit dem letzten Schwangerschaftsdrittel nun immer näher Richtung Geburtstermin. Die Aufregung steigt!  

Das 3.Trimenon beginnt übrigens mit deiner 27. SSW und dauert bis zu deinem Entbindungstermin. Wenn dein Baby zu Beginn dieses Trimesters auf die Welt kommen würde, wäre es zwar eine Frühgeburt und bräuchte noch kinderärztliche Unterstützung, wäre aber bereits lebensfähig. Natürlich ist aber jede weitere Woche in deinem Bauch wichtig und wertvoll für das Ungeborene. 

In diesen letzten Wochen könnte es  für dich durchaus noch einmal etwas beschwerlich werden. Der Bauch wächst, Übungswehen treten auf und so manch eine Schwangere hat mit lästigen Wassereinlagerungen zu kämpfen. Deshalb ist es wichtig, dass du dir zwischendurch Immer wieder Ruhepausen gönnst, auch wenn du noch einiges bis zur Geburt deines Kindes erledigen möchtest.

Das sind die körperlichen Veränderungen im dritten Trimester

1. Kurzatmigkeit

Deine Gebärmutter wird immer größer und auch schwerer. Im 3. Schwangerschaftsdrittel wiegt sie etwa 0,5 kg. Der obere Gebärmutterrand, auch Fundus genannt, erreicht etwa in der 36. SSW deinen Rippenbogen. Durch diesen immer größer werdenden Platzbedarf werden deine Organe verdrängt. Viele Schwangere merken das an einer zunehmenden Kurzatmigkeit, da die Lunge nicht mehr so viel Platz hat, sich zu entfalten. Rutscht das Baby zum Ende der Schwangerschaft dann immer tiefer in das Becken der werdenden Mama und senkt sich damit die Gebärmutter sowie der gesamte Bauch, verspüren viele Schwangere diesbezüglich eine enorme Erleichterung.

2. Dein Beckenboden wird stark belastet 

Durch das Tiefertreten deines Babys  und seine stetige Gewichtszunahme wird nun dein Beckenboden zunehmend belastet. Viele Schwangere merken dies durch einen häufigen Harndrang und möglicherweise auch einen ungewollten Urinverlust bei körperlichen Anstrengungen, sowie Lachen, Niesen und Husten. Um deinen Beckenboden zu stärken und zu unterstützen, solltest du deshalb nun regelmäßig und gezielt Beckenbodentraining durchführen. Einige sehr gute Übungen dafür findest du in der Keleya App.

Viele Hebammen schwören übrigens darauf, etwa einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit einer Dammmassage zu beginnen. Dies soll den Damm geschmeidig und dehnbar machen, sodass ihn das Köpfchen des Babys passieren kann ohne dass ein Dammschnitt nötig ist oder es zu größeren Geburtsverletzungen in diesem Bereich kommt. Zur Massage können natürliche Öle oder aber auch extra dafür hergestellte Öle verwendet werden.

3. Rückenschmerzen

Das Hormon Progesteron, welches in der Schwangerschaft vermehrt vorkommt, sorgt dafür, dass sich deine Gelenke, Bänder und Muskeln lockern. Dies hat den Sinn, dass dein Körper genug Platz für das Wachstum deines Kindes schaffen kann. Durch den immer größer und schwerer werdenden Bauch neigen viele Schwangere dazu, eine falsche Körperhaltung, im Sinne eines Hohlkreuzes, einzunehmen. Diese beiden Faktoren können dazu führen, dass, zum Teil sehr unangenehme und belastende, Rückenschmerzen und Verspannungen entstehen. Hier können schließlich entspannende Massagen Wunder wirken. Um dem Ganzen vorzubeugen, solltest du darauf achten, nicht zu lange zu stehen und vor allem deinen Rücken und deine Muskulatur frühzeitig mit Sportarten wie Yoga und Schwimmen zu stärken.

4. Schlafstörungen

Zum Ende der Schwangerschaft fällt vielen werdenden Mamas das Schlafen zunehmend schwerer. Das kann viele Gründe haben. Einerseits kann der große Bauch immer mehr im Weg sein, um eine angenehme Schlafposition finden zu können. Andererseits kann auch der vermehrte Drang, auf Toilette gehen zu müssen oder die nächtliche Aktivität des Babys das Ein- und Durchschlafen stören. Außerdem klagen viele Schwangere besonders nachts über unangenehme Wadenkrämpfe. 

5. Sodbrennen

Nicht selten klagen die Schwangeren aber auch und vor allem nachts über störendes Sodbrennen. Hierbei  gelangen immer wieder Magensaft und Speisereste in die Speiseröhre. Häufig beklagen die Betroffenen, neben einem sehr unangenehmen Geschmack, gleichzeitig auch ein Brennen in der Speiseröhre, welches durch den sauren Magensaft verursacht wird. Verantwortlich für das Sodbrennen ist übrigens auch das Hormon Progesteron, das den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre lockert und der Muskel somit nicht mehr richtig schließen kann. Außerdem sorgt der immer größer werdenden Platzbedarf deines Babys dafür, dass der Magen nach oben gedrückt wird. Dadurch kann das Sodbrennen zusätzlich verstärkt werden. 

6. Wassereinlagerungen

Viele werdende Mamas leiden vor allem am Abend und bei hohen Temperaturen an Wassereinlagerungen in Beinen und häufig auch in den Händen. In der Regel sind diese harmlos. Sind sie jedoch sehr ausgeprägt treten sehr plötzlich auf oder sind sie verbunden mit Schwindel, Kopfschmerzen und Unwohlsein, solltest du sie unbedingt medizinisch abklären lassen. Normale Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft entstehen übrigens durch die Zunahme des Körperwassers, der Blutmenge und der außerdem zunehmenden Durchlässigkeit der Blutgefäße. Nach der Geburt können sie noch einmal verstärkt auftreten, dann verschwinden sie meist von ganz allein.

Wichtig ist, dass du jederzeit mit deinem Frauenarzt/ deiner Frauenärztin oder deiner Hebamme über deine Beschwerden sprechen kannst. Sie haben immer ein offenes Ohr für dich und stehen dir mit hilfreichen Tipps und Behandlungsmöglichkeiten zur Seite.

Endspurt zur Geburt

Der Nestbautrieb startet

Je näher die Geburt rückt, desto mehr gilt es, zu planen und zu organisieren. Viele werdenden Eltern bereiten jetzt ein Kinderzimmer für das Baby vor. Natürlich ist es aber auch überhaupt kein Problem, wenn es in eurem Zuhause kein Platz für ein eigenes Kinderzimmer gibt. Ein Neugeborenes braucht nämlich gar nicht viel. Ein Babybett oder ein Stubenwagen und ein Wickeltisch im Elternschlafzimmer reichen völlig aus.

Die Geburtsvorbereitung

Im letzten Schwangerschaftsdrittel solltest du nun auch mit einer Geburtsvorbereitung beginnen. Es gibt viele verschiedene Kurse dafür. Einige werden allein für werdende Mamas angeboten, andere wiederum sind Partnerkurse. Wichtig ist hierbei, dass du dich wohl fühlst und dass du einen Raum für dich findest, in dem du dich intensiv auf die bevorstehende Geburt vorbereiten und auch all deine Fragen und Sorgen loswerden kannst. Wenn du keinen Kurs in deiner Nähe finden kannst oder dich bequem von Zuhause aus auf die Geburt vorbereiten möchtest, kannst du auch den digitalen Geburtsvorbereitungskurs von Keleya nutzen.

Die Entscheidung für den richtigen Geburtsort

Die meisten Geburtskliniken bieten mittlerweile sogenannte „Kreißsaalführungen“ an. Hier lernst du einmal das Team rund um die Geburtshilfe eines Krankenhauses kennen und kannst dir auch die Wehenzimmer, Kreißsäle und Wochenbettzimmer anschauen. Viele Schwangere schauen sich mehrere Kliniken oder auch Geburtshäuser an, bevor sie sich entscheiden, wo sie ihr Kind auf die Welt bringen möchten und wo sie sich letztendlich auch zur Geburt anmelden. Es ist durchaus sinnvoll, sich außerdem bereits Gedanken über einen möglichen Geburtsmodus zu machen. Kommt für dich zum Beispiel auch eine Wassergeburt in Frage, benötigen die meisten Kliniken einen aktuellen Nachweis darüber, dass du weder an Hepatitis C noch an HIV erkrankt bist. Diese Blutentnahmen solltest du dann noch bei einer deiner letzten Vorsorgeuntersuchung mitbestimmen und im Mutterpass dokumentieren lassen. 

Die Mutterschutzzeit

Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt dann dein gesetzlicher Mutterschutz. Falls du noch länger arbeiten möchtest, darfst du dies tun, kannst diese Entscheidung aber auch jederzeit widerrufen. Dein Mutterschutz dauert übrigens bis acht Wochen nach der Geburt. Bei Früh- und Zwillingsgeburten verlängert sich diese Zeit auf 12 Wochen. 

Was du im 3. Trimester vorbereiten kannst: 

  • Mutterschaftsgeld beantragen
  • Anträge für Elternzeit, Elterngeld und Kindergeld vorbereiten
  • Bei nichtverheirateten Eltern: Planung der Vaterschaftsanerkennung
  • Überlegungen zur kindlichen Krankenversicherung anstellen
  • Spätestens jetzt eine Nachsorgehebamme suchen (mittlerweile empfiehlt es sich jedoch, dies SEHR viel früher in der Schwangerschaft zu tun, da die meisten Hebammen sehr viele Anfragen haben.)
  • Einen Kinderarzt suchen
  • Die Kliniktasche packen
  • Betreuungsmöglichkeiten für Geschwisterkinder während der Zeit der Geburt und evtl. die ersten Tage nach der Geburt  organisieren

Die Reise deiner Schwangerschaft neigt sich nun langsam dem Ende zu und dein Körper hat wahre Wunder vollbracht. Bald beginnt nun eine neue, aufregende Reise für dich: Das Mamasein. Genauso, wie zu Beginn deiner Schwangerschaft, werden hier neue Fragen und vielleicht auch manchmal Sorgen auftauchen. Das ist völlig normal und auch hier wirst du langsam und sicher in deine neue Rolle hinein wachsen. 

 

 

 



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