Der Beckenboden: manchmal macht er einfach schlapp

Der Beckenboden wird bei der Geburt extrem beansprucht. Das richtige Training und Rückbildung nach der Geburt können helfen, Komplikationen wie Beckenbodensenkung oder Inkontinenz zu vermeiden oder zu beheben.
Beckenboden nach der Geburt

📖 Das erwartet dich im Artikel:

Der Beckenboden ist ein Schwerstarbeiter. Als rautenförmige, dreidimensionale Muskelplatte schließt er das Becken nach unten ab und ist somit bei allen Bewegungen mit dabei. Mal stabilisiert er, mal federt er den Druck beim Husten oder Lachen ab, mal sichert er die Kontinenz oder unterstützt den Orgasmus. Sein Engagement ist sowohl von deinem Einsatz abhängig als auch von seiner Vorgeschichte, wie Schwangerschaften und Geburten. Hast du beim Husten, Niesen oder Lachen Harnverlust, ist das ein Zeichen, dass der Beckenboden seiner Funktion nicht mehr ganz gerecht werden kann.

Inkontinenz nach der Geburt

Manchmal sind es Tröpfchen, aber es kann schon auch ein Spritzer oder Schwall sein (1; 2). Viele Frauen gehen auch sehr häufig zur Toilette oder haben nur eine kurze Zeitspanne nach dem Harn- oder Stuhldrang die Toilette zu erreichen. Wenn du sehr häufig zur Toilette gehst, hilft es, zu notieren, wie viel du trinkst und wie oft du zur Toilette gehst. In der Regel sollten 3 Stunden zwischen den Toilettengängen liegen. Überkommt dich ein unerwarteter Harndrang, halte kurz inne und spanne einige Male hintereinander den Beckenboden an und lasse ihn wieder los. Bitte renne bei Harndrang nie zur Toilette! Halte kurz inne, spanne einige Male an und gehe dann in Ruhe zur Toilette. Ist dein Beckenboden zu schwach, hilft nur Training und nach Möglichkeit einige Minuten am Stück mehrmals täglich anspannen. Das richtige Training erlernst du im Keleya Beckenboden Präventionskurs. Um den Beckenboden richtig anzuspannen, musst du keine Beckenbodenexpertin sein. Es genügt, ein paar grundlegende Fakten zu kennen. Die wichtigsten Fakten über deinen Beckenboden erfährst du hier.

Die Beckenbodenmuskulatur

Beckenboden nach der Geburt

Wie ist der Beckenboden aufgebaut?

Ein U-förmiger Muskel zieht sich vom Schambein zum Steißbein und zurück, dabei umschließt er die Harnröhre, die Scheide und den Darm. Dies ist der M. puborectalis, benannt nach den anatomischen Strukturen, die er berührt. Er ist einer von drei Muskeln, welche als M. levator ani bekannt sind. Der zweite Muskel, auch als PC Muskel (Pubo-Coccygeus) oder Schambein- Steißbein Muskel bekannt, umgibt die Geschlechtsorgane. Der dritte Muskel der Darmbein-Steißbein-Muskel (M. iliococcygeus) liegt in direkter Nachbarschaft zu den Hüftrotatoren als äußerster Anteil des allseits bekannten M.levator ani. Das bedeutet, die Muskeln rund um das Steißbein, das Kreuzbein, das Schambein und das Hüftgelenk haben Einfluss auf die Spannung der Beckenbodenmuskulatur. Neben dem M. levator ani mit seinen drei Teilen gehören die innere und äußere Schließmuskulatur der Harnröhre und des Darms dazu. Die innere Schließmuskulatur arbeitet automatisch und die äußere ist aktiv bei Harn- oder Stuhldrang einsetzbar. Willkürliche Anspannung und Entspannung sind wichtige Funktionen, welche die Kontinenz sichern und ermöglichen. Aber bitte denke daran, es ist kein Training den Harnstrahl zu unterbrechen, da dabei der wichtige Reflex gestört wird. Als einmaligen Test kannst du es aber ausprobieren.

Rückbildung nach der Geburt

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Der Beckenboden: manchmal macht er einfach schlapp

Das Wochenbett ist eine ungemein wichtige Phase für deine Rückbildung. Du hast eine Wunde in der Größe eines Tellers in dir. Nur weil man sie nicht sehen kann, bedeutet es nicht, dass sie nicht da ist und keine Zeit zum Heilen braucht. Der Fokus liegt also auf viel Ruhe, körperlichem Schonen, ganz viel Entspannung und direktem Hautkontakt mit deinem Baby. 

Beckenboden nach der Geburt

Wir haben für dich einige generelle Tipps zusammengestellt, die wir dir ans Herz legen wollen:

  • Schlafe, wenn dein Baby schläft! Alles andere, wie Haushalt und Co. ist dann erst einmal unwichtig und kann warten.
  • Liege generell so viel wie möglich und das auch gern in der Bauchlage, um deinen Bauchraum zu entlasten. Sollte das nicht funktionieren oder unangenehm für dich sein – probiere es gerne mit einem Handtuch unter deinen Brüsten aus. Oft können sie schmerzen oder wund sein vom Stillen.
  • Lasse dich verwöhnen und bitte um Unterstützung deines Umfelds. Du bist schon jetzt eine Superheldin, aber auch Wonder Woman braucht ab und an mal etwas Support von außen. Frag Freunde, Nachbarn, Bekannte und Familie nach Hilfe bei alltäglichen Dingen, wie Einkaufen, Wäsche waschen oder auch die Betreuung von Geschwisterchen.
  • “Unten ohne” ist der heiße Trend für die ersten Wochen. Mit etwas Luftigkeit im Schritt können die Wunden besser heilen. 
  • Direkter Hautkontakt ist für dich und dein Baby jetzt absolut wichtig und das Beste, um die Bindung zu stärken. Integriere ganz viele Kuscheleinheiten zu zweit (oder dritt) auf der Couch. Auch Augenkontakt und Sprechen mit deinem Baby sind optimal für das Bonding zwischen euch.

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