Gerade in den letzten Wochen vor der Geburt berichten viele Schwangere von vermehrt feuchten Ausscheidungen und nassen Höschen. Vor allem nach einem Nieser oder beim Lachen spüren sie plötzlich warme Flüssigkeiten zwischen den Beinen. Da macht sich bei vielen werdenden Müttern schnell die Sorge breit: Ist die Fruchtblase geplatzt? Und wenn ja, würde ich Fruchtwasser überhaupt erkennen?
Was scheidet mein Körper aus?
Eine Schwangerschaft bedeutet für Geist und Körper viele große Veränderungen. Neben Urin und normalem Scheidenausfluss kann in der Schwangerschaft auch Fruchtwasser austreten. Ein hilfreicher Unterschied: Den Urinfluss kannst du durch bewusstes Anspannen deiner Beckenbodenmuskulatur anhalten. Den Fluss von Fruchtwasser kannst du hingegen nicht kontrollieren.
Trotz dieser Anhaltspunkte ist es oft schwer, eindeutig festzustellen, um welche Art von Körperflüssigkeit es sich handelt. Allerdings haben alle drei Flüssigkeiten einen unterschiedlichen pH-Wert. Der Normalwert für Ausfluss liegt bei etwa 4,0 bis 4,5. Urin hat in der Regel einen pH-Wert von etwa 6,0, und Fruchtwasser hat einen pH-Wert von 7,0 aufwärts. Diesen pH-Wert kannst du auch von zu Hause aus testen, mit sogenannten Lackmus-Teststreifen, die du in der Apotheke kaufen kannst.
Wie funktioniert ein Lackmustest?
Es ist sinnvoll, Lackmus-Teststreifen in den letzten Wochen vor der Geburt auf Vorrat zu haben, gerade falls du sowieso zu vermehrtem Ausfluss tendierst. Für diesen Lackmustest wird ein Papierstreifen verwendet, der sich bei Berührung mit einer Flüssigkeit verfärbt. Die resultierende Farbe verrät dir dann den pH-Wert der entsprechenden Flüssigkeit.
Braune oder blutige Ausscheidungen
Bei einigen Frauen kommt es während der Schwangerschaft zu Schmierblutungen bis hin zu leichten Blutungen. Brauner, bräunlicher oder dunkelroter Ausfluss ist relativ normal, sollte aber dennoch mit deinem Arzt oder deiner Ärztin abgesprochen werden. Es ist allerdings kein Zeichen für einen Riss an der Fruchtblase oder für einen vorzeitigen Blasensprung.
Worauf du achten solltest
Viele Ausscheidungen sind ganz natürlich und kein Grund zur Sorge. Veränderungen in Konsistenz, Farbe und/oder Geruch können dennoch Warnsignale sein, weshalb du regelmäßig eine Kontrolle durchführen kannst. Am besten schaust du dir die Ausflüsse in deinem Höschen oder auf einer Einlage an, solltest du eine tragen. Beobachte, ob du Veränderungen bemerkst, und berichte diese deiner Hebamme, sobald dir etwas merkwürdig erscheint. Es ist ganz verständlich, als werdende Mama etwas verunsichert zu sein und dir den Rat einer Expertin oder eines Experten zu holen. Versuche in jedem Fall, ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen.




