Die WHO hat in einer Untersuchung festgestellt, dass nur in 10 bis 15% der Fälle ein medizinisch notwendiger Kaiserschnitt vorlag, obwohl die Kaiserschnittrate in den letzten 25 Jahren deutlich gestiegen ist. Nur etwa 2% der Kaiserschnitte werden auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter durchgeführt. Der plausibelste Grund für den Anstieg ist eine veränderte Risiko-Nutzen-Bewertung sowie Fortschritte bei Narkose- und OP-Techniken.
Vorbereitung auf einen geplanten Kaiserschnitt
Rasiere den Bereich deines Schambeins bis zum Nabel einfach am Abend vorher selbst. Erfrage, ob du am Morgen vor dem Termin noch frühstücken kannst, und informiere deine Hebamme über den geplanten Termin, damit auch sie es gut einplanen kann, dich danach zu besuchen. Besprich mit ihr, worauf du beim Stillen nach dem Kaiserschnitt während deines Klinikaufenthaltes achten solltest. Sinnvoll ist es, etwas von deiner Vormilch (Kolostrum) in der Brust auszustreichen und mit in die Klinik zu nehmen – das kann das Stillen erleichtern, falls dein Baby nach der Geburt leichte Startschwierigkeiten hat. Frage dazu am besten deine Hebamme, wie du Kolostrum ausstreichen kannst. Um den Hautkontakt mit deinem Baby zu erleichtern, nimm ein eigenes weiches Handtuch mit in die Klinik, worin es danach eingewickelt werden kann – die Handtücher dort sind oft mit Desinfektionsmittel gewaschen und kratzen auf der empfindlichen Babyhaut. Der Hautkontakt gibt dem Baby Wärme und Sicherheit.
Wenn der Kaiserschnitt ungeplant kommt
Während der Geburt deines Babys kann es auch ungeplant zu einem Kaiserschnitt kommen. Bis diese Entscheidung mit dir, deinem Partner, den Ärzten und Hebammen getroffen wird, wirst du in diesen Entscheidungsprozess einbezogen. Die Hebamme im Kreissaal wird dir dann genau erklären, wie der Ablauf der OP sein wird und was genau mit dir passiert. Frage auch hier, wann du dein Baby sehen kannst und wie die erste Stunde nach der Geburt ablaufen wird – vielleicht kann auch dein Partner das Bonding mit Haut-zu-Haut-Kontakt übernehmen. In einem OP-Saal ist es hell und laut, achte deshalb darauf, dass dein Baby warm eingepackt ist und am besten auf deiner Brust oder der deines Partners liegt. Decke es gut zu, um es vor dem hellen Licht zu schützen.




