Die Übungen, die einem in der Schwangerschaft gut tun, helfen häufig auch bei der Geburt. Kurz vor der Entbindung sind Übungen für den Rücken, zur Dehnung des Beckenbodens und Atemübungen zur Entspannung sehr wohltuend.

So unterstützt ein fließender und ruhiger Atem den Geburtsvorgang

Normalerweise atmet man beim Yoga durch die Nase. Doch die bewusste Atmung in Vorbereitung auf die Geburt nutzt die Verbindung des Kiefers mit dem Beckenboden: Wer mit offenem Mund und entspanntem Kiefer laut stöhnt oder tönt, entspannt dadurch reflexartig auch den Beckenboden. Schmerzschreie haben dagegen genau den gegenteiligen Effekt: Der Beckenboden spannt sich an oder verschließt sich und die Geburt verzögert sich.

Diese Atemübung ist besonders hilfreich bei der Geburt:

  • Rückzug von der Außenwelt und Hinwendung zum Kind
  • Kraft sammeln bei jedem Einatmen
  • Loslassen und Weitergleiten des Kindes bei jedem Ausatmen
  • Verarbeitung des Geburtsschmerzes auf förderliche Weise

Bewegungen oder Abläufe, die man etwa 100 Mal durchgeführt hat, kann der Körper auch in Extremsituationen abrufen – sozusagen automatisch. Daher empfiehlt es sich, das bewusste Atmen bereits 4-6 Wochen vor der Geburt zu trainieren. Besonders empfiehlt sich hier die Wechselatmung.

Die Wechselatmung schenkt Ruhe in aufregenden Situationen und besonders für die Geburt:

  • Linkes Nasenloch zuhalten und einatmen
  • Rechtes Nasenloch zuhalten und ausatmen
  • Einatmen
  • Rechtes Nasenloch zuhalten und einatmen
  • Linkes Nasenloch zuhalten und ausatmen
  • Einatmen und entsprechend 3-5 Minuten lang fortführen

Aufs Baby zu hören bedeutet auch, auf den eigenen Körper zu hören: welche Aktivitäten angenehm sind und wann eher Ruhepausen angesagt sind. Beim Yoga gilt dasselbe für die verschiedenen Positionen und Asanas.

Besondere Gegebenheiten beachten in der Schwangerschaft

Bei fortschreitender Schwangerschaft ist zum einen natürlich der wachsende Bauch zunehmend im Wege. Außerdem ist längeres Liegen in Rückenlage, wie bei der Endentspannung, etwa ab der 24. Woche nicht mehr geeignet, da hier das gesammelte Gewicht von Gebärmutter, Fruchtwasser und Baby auf eine wichtige Hohlvene drückt. Zudem ist es wichtig, bei einem verkürzten Gebärmutterhals, vorzeitigen Wehen oder ähnlichen Beschwerden auf jeden Fall Rücksprache mit der Frauenärztin oder Hebamme zu halten, bevor du die Yogaübungen ausführst. Asanas, wie die tiefe Hocke, können bewirken, dass das Baby tiefer ins Becken rutscht, was zum einen nicht erwünscht ist, wenn sich das Kind noch nicht in der richtigen Lage befindet, und zum anderen durch den Druck auf den Muttermund Wehen auslösen könnte.