Was macht die Nachsorgehebamme?

Keleya Redaktion 16.12.19
Hebamme Nachsorge

Hebammen begleiten Frauen nicht nur während der Geburt, sondern auch in der Zeit danach. Doch vielleicht fragst du dich: Was macht eine Hebamme nach der Geburt eigentlich? Wie oft kommt die Hebamme? Wie lange kommt sie nach der Geburt? Und brauche ich überhaupt eine Hebamme? Die Hebamme für Nachsorge ist die Fachfrau für die Betreuung von Mutter und Kind nach der Geburt. Sie schaut dass es dir, deinem Kind und euch als Familie gut geht in dieser spannenden Zeit. Und das auf vielen  Ebenen.

Braucht man überhaupt eine Hebamme nach der Geburt?

Vielleicht fragst du dich: Braucht man wirklich eine Hebamme zur Nachsorge? Oder ist eine Hebamme vielleicht sogar Pflicht? Nein, natürlich nicht. Du entscheidest das für dich und deine Situationpersönlich. Hast du viel familiäre Unterstützung und frisch gebackene Mamas um dich herum, wird dir das die Zeit im Wochenbett unheimlich erleichtern. Auch, wenn es vielleicht nicht dein erstes Kind ist, hast du sicherlich auch bereits Erfahrung gesammelt. Dennoch ist die Unterstützung durch eine Hebamme nach der Geburt Gold wert.

Ob dein Kind allerdings eine Gelbsucht hat, der Bauchnabel infiziert ist, wie deine Geburtsverletzung heilt und ob die Gewichtszunahme deines Kindes normal ist, kann nur eine Fachperson beurteilen. Dafür ist es sinnvoll, eine Hebamme an deiner Seite zu haben. 

Wie die Nachsorgehebamme dich nach der Geburt unterstützen kann:

1. Die Nachsorgehebamme beantwortet dir alle Fragen nach der Geburt

Mit der Geburt deines Kindes/deiner Kinder  wird dein und euer Leben wahrscheinlich erstmal so richtig auf den Kopf gestellt. Plötzlich tauchen viele Fragen und möglicherweise Unsicherheiten auf. Du machst dir über ganz neue Dinge Gedanken, wie:Gedeiht mein Kind? Sieht der Nabelschnurrest normal aus? Hat mein Kind Gelbsucht? Sind die Pickelchen im Gesicht normal? Aber auch du sollst nicht zu kurz kommen, selbst wenn sich jetzt alles ums Baby dreht: Die Nachsorgehebamme sieht sich zum Beispiel deine Wundheilung  an und schaut, wie es mit dem Stillen klappt.

2. Sie unterstützt dich bei der Rückbildung 

Die Nachsorgehebamme unterstützt und bestärkt dich darin, in deine neue Rolle als Mama zu finden. Dabei spricht sie mit dir über die Geburt und dein Befinden und erkennt, ob wenn du weitere Unterstützung brauchen solltestst. WieOb deine Rückbildung normal verläuft, kann deine Hebamme sanft von außen mit einer Hand auf deinem Bauch ertasten. 

Noch einige Zeit nach der Geburt hast du den sogenannten “Wochenfluss”. Deine Nachsorgehebamme überprüft dabei zum Beispiel, ob die Menge und Farbe normal sind. Sie wird schnell erkennen, falls etwas nicht stimmen sollte. Deine Hebamme zeigt dir außerdem sanfte Rückbildungsübungen, die du zu Hause üben kannst.  Zudem gibt sie dir Tipps, wie du deinen Beckenboden im Alltag schonen kannst und sagt dir, wann du bereit bist, mit dem Rückbildungskurs zu starten. 

3. Sie hilft dir bei der Wundversorgung

Hattest du eine Geburtsverletzung, die genäht werden musste oder einen Kaiserschnitt? Die Hebamme schaut sich die Naht an, wenn nötig zeigt sie dir, wie du die Wundheilung unterstützen kannst. Zusätzlich Du kannst du mit deiner Hebamme auch alle Fragen zum Thema Sexualität, Verhütung, Vorsorgeuntersuchungen, Sport und Ernährung besprechen. 

4. Die Hebamme gibt dir Stillberatung

Wenn du stillen möchtest zeigt dir deine Nachsorgehebamme das korrekte Anlegen in verschiedenen Positionen. Zudem hilft sie dir bei der Vorbeugung und Behandlung von wunden Brustwarzen, Milchstau oder einer Brustdrüsenentzündung. Gestaltet sich das Stillen schwieriger, zeigt sie dir, wie du Milch abpumpen kannst oder sie berät dich gegebenenfalls zur Gabe von Ersatznahrung.

5. Sie gibt dir Tipps für Babypflege und Babyhandling

Gemeinsam mit deiner Nachsorgehebamme wiegt ihr das Kind regelmäßig und badet es zum ersten Mal. Bei Bedarf zeigt sie dir das Wickeln und das Handling deines Babys. Sie berät dich zur Körperpflege, zum Schlaf-und Schreiverhalten deines Kindes, den Vorsorgeuntersuchungen und nimmt Blut für das Stoffwechselscreening ab. 

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Wann solltest du die Hebamme zur Nachsorge kontaktieren?

Wenn du deine Wunschhebamme kontaktierst, frag doch einfach nach, wie sie arbeitet. Einige Hebammen machen auch ausschließlich Nachsorgen. Meistens macht es aber trotzdem Sinn, sich in der Schwangerschaft schon einmal zu treffen, sich kennenzulernen um zu sehen ob die Chemie zwischen euch stimmt. 

Wie oft kommt die Hebamme zur Nachsorge?

Wie oft deine Hebamme dich und deine Familie zu Hause besucht ist sehr individuell. Die Krankenkasse übernimmt in den ersten 10 Tagen nach der Geburt die Kosten für maximal zwei Besuche der Hebamme täglich. Meistens kommt sie in den ersten 10-14 Tagen täglich, dann vielleicht alle 2-3 Tage. Nach einem Monat ist vielleicht auch ein Hebammenbesuch einmal in der Woche ausreichend. Das entscheidet sich nach Bedarf. Für die Nachsorgetermine gibt es keine festen Regeln, den Rhythmus bestimmst du gemeinsam mit deiner Hebamme.

Wie lange kommt eine Hebamme zur Nachsorge?

Ab Tag 10 nach der Geburt kann die Hebamme dich noch 16 mal besuchen, bis dein Kind 12 Wochen alt ist. Danach habt ihr bis zum Ende der Stillzeit noch acht Termine. In der Regel reicht das Kontingent aus. Solltest du aber z.B. Schwierigkeiten beim Stillen oder dein Kind Probleme mit der Gewichtszunahme haben, stellt dir dein/e Frauen-oder Kinderarzt/-ärztin sicherlich gerne ein Rezept für weitere Besuche aus.Solange du Bedarf und Fragen hast, kommt die Nachsorgehebamme zu dir nach Hause. Acht Wochen nach der Geburt haben sich die meisten Familien in der Regel so gut eingespielt, dass keine regelmäßigen Besuche mehr notwendig sind.

Übernimmt die Krankenkasse die Hebammenleistungen nach dem Wochenbett?

Die 12 Wochen sind vorbei? Was nun? Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Beratung durch eine Hebamme aber bis du komplett abgestillt hast. Wann das ist, bestimmen allein du und dein Kind. Häufig tauchen nochmals Fragen auf, wenn du abstillen möchtest oder zur Beikosteinführung. Wird dein Kind mit der Flasche ernährt trägt die Krankenkasse die Kosten bis zum Ende des 9. Lebensmonats.

Ist es möglich, eine Hebamme nur für die Nachsorge zu buchen?

Du fühlst dich während deiner Schwangerschaft gut betreut durch deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt und möchtest eine Hebamme nur für die Nachsorge? Da bist du nicht die einzige! Viele Frauen haben eine Hebamme, die erst nach der Geburt nach Hause kommt. 

Wie suche ich eine Hebamme für nach der Geburt? 

Du bist schwanger und auf der Suche  nach einer Hebamme für die Zeit nach der Geburt? Früh anfangen lohnt sich, denn viele Hebammen sind schnell ausgebucht. Doch du fragst dich: Wo finde ich am Besten eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung? 

  • Hebammensuche im Internet

Der erste Schritt, den die meisten werdenden Mamas gehen, ist die Suche über das Internet. Einige Hebammen haben ihre eigenen Webseiten Vielleicht findest du ja sogar eine Hebammenpraxis oder ein Geburtshaus direkt in deiner Nähe. Kurzfristig finden einige Mamas oft noch eine Hebamme über Facebook-Gruppen. Schau doch mal, ob es dort etwas  für deine Region gibt.

  • Hebammenlisten der Krankenkassen

Seit Neuestem gibt es außerdem eine Liste mit Suchfunktion vom Spitzenverband der Krankenkassen, die fast alle Hebammen in den verschiedenen Regionen  beinhaltet.

Weitere Tipps zur Hebammensuche Möglichkeiten 

  1. Frage im Freundeskreis: Vielleicht hat  eine Freundin, die selbst gerade Mama geworden ist, eine Empfehlung für dich.
  2. Manche Hebammen legen ihre Visitenkarten auch in gynäkologischen Praxen oder in Familienzentren oder Apotheken aus.   
  3. Auch Geburtskliniken haben eigene Hebammenlisten. Vielleicht gibt es in deiner Region  auch einen zentralen Hebammenruf oder eine Liste mit allen Hebammen.
  4. Je nachdem, in welchem Bundesland du wohnst, kannst dDu kannst auch direkt die Landesverbände der Hebammen kontaktieren (abhängig vom Bundesland).

Du siehst, es gibt viele Gründe, weshalb die Unterstützung der Hebamme nach der Geburt wertvoll ist. Wir wünschen dir, dass du eine passende Hebamme für deine Bedürfnisse findest, die dich optimal im Wochenbett und darüber hinaus unterstützen kann.

 

 



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