Slow Living in der Schwangerschaft

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Slow Living – die Kunst des langsamen Lebens

Eine Bewegung, die über die letzten Jahre entstanden ist, findet immer mehr Zuspruch. Warum? Weil unsere Welt immer schneller und hektischer wird.

Alles ist online, jeder ist immer und überall erreichbar. Geschwindigkeit, Multitasking, Gewinnoptimierung und schnelle Resultate sind die Prämisse. Immer mehr in immer kürzerer Zeit erreichen, ist das, was zählt. Doch ist es das wirklich? Zunehmend häufiger hinterfragen Menschen diesen Weg, denn das Bedürfnis nach Entschleunigung und Langsamkeit in allen Lebensbereichen wächst.

Die Schwangerschaft ist ein überaus geeigneter Einstieg, um sich im entspannten und achtsamen Umgang mit sich und seinem Körper zu üben. Ganze neun Monate stehen dafür zur Verfügung. Eine Zeit, in der sich nicht nur der Körper verändert, sondern auch die eigenen Gedanken und die Sicht auf die Welt. Denn vieles wird mit der Geburt eines Kindes anders sein, als es vorher war. Und genauso wie das Kind während der Schwangerschaft im Bauch seiner Mutter wächst, so werden auch wir als Mamas in unsere neue Rolle hineinwachsen. Ganz langsam, Stück für Stück und im eigenen Tempo.

Das 1. Trimester – lass dich auf das ein, was kommt

Der Schwangerschaftstest war positiv! Nun kannst du anfangen, dich erstmal noch im Stillen darauf zu freuen, dass du in absehbarer Zeit dein Baby in den Armen halten wirst. Schon jetzt gibt es Dinge, die du für dich und eine entspannte Schwangerschaft tun kannst:

Ernähre dich gut

Während des ersten Trimesters entwickelt sich dein Baby vollständig und von Kopf bis Fuß. Deswegen ist es in diesem Stadium wichtig, auf die Ernährung zu achten. In unserer schnelllebigen Zeit haben wir leider verlernt auf unseren Körper zu hören und darauf, was er gerade an bestimmten Lebensmitteln und Nährstoffen benötigt. Während der Schwangerschaft solltest du deswegen wieder ganz bewusst versuchen, auf dein Körpergefühl zu vertrauen und den Essensbedürfnissen nachzugeben, die du gerade hast – selbst dann, wenn sie Außenstehenden manchmal merkwürdig erscheinen mögen.  

Lege Pausen ein

Auch wenn von außen noch nicht viel zu sehen ist, innerlich arbeitet dein Körper bereits auf Hochtouren. Daher gönne dir jetzt schon Ruhepausen und fange an, dich zu entschleunigen. Werde achtsamer und lerne, auf deinen Körper und seine Signale zu hören. Mache zum Beispiel ganz bewusst eine Pause und nimm das Tempo raus, wenn sich das Gefühl einstellt, dass es in bestimmten Situationen anstrengend wird. Erlaube dir, in deinen ganz eigenen Rhythmus einzutauchen, denn in der Schwangerschaft geht manches einfach nicht im gleichen Tempo, wie immer.

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Zusammen mit dem Baby entspannende Musik hören

Finde eine gute Begleitung für dich

Nimm Zeit, nach einer Hebamme zu suchen, die zu dir passt. Die Suche nach „der Richtigen“ lohnt sich. Denn die Zeit während und nach der Schwangerschaft kann ganz schön emotional werden und da ist es gut, jemanden an seiner Seite zu wissen, mit dem man menschlich auf einer Wellenlänge liegt.

Das 2. Trimester – es geht in die nächste Runde

Dein  Baby ist entwickelt und muss jetzt „nur“ noch wachsen. Dein  Körper hat sich auf die Schwangerschaft eingestellt. Solltest du unter Morgenübelkeit gelitten haben, vergeht diese in der Regel ab jetzt. Auch diese Phase lässt sich wunderbar im „Slow Mode“ durchleben:  

Bleib ganz bei Dir

Sobald du offiziell bekannt gegeben hast, schwanger zu sein, wird dir jeder – egal ob gefragt oder ungefragt – seine Schwangerschafts- und Geburtsgeschichten erzählen. Solange dir das gut tut ist alles in Ordnung. Doch wenn du merkst, dass es anfängt, dich anzustrengen oder vielleicht sogar zu verunsichern, sei achtsam mit dir und vermeide Gespräche dieser Art ganz bewusst.

Unternimm schöne Dinge

Schwangerschaftshormone können miese Verräter sein und dich in ein ganz schönes Gefühlschaos stürzen. Deswegen lenke dich ab und mache genau die Dinge, die dir und deiner Seele gut tun. Kaufe dir ein schönes Buch. Schau‘ die neueste Staffel dein er Lieblingsserie entspannt auf dem Sofa an. Gehe shoppen und gönne dir ein hübsches Kleidungsstück für schwangere Mamis.

Bewegung tut gut

In welcher Art, das liegt ganz bei Dir. Vertraue auch hier auf deinen Körper und höre in dich hinein. Wenn du vor der Schwangerschaft gerne schwimmen gegangen bist, wird es dir jetzt sogar noch besser tun. Genieße es, dich im Wasser frei zu bewegen und leicht zu fühlen. Yoga ist in der Schwangerschaft besonders wohltuend. Teile deine Schwangerschaft unbedingt der Yogalehrerin von Anfang an mit, um Übungen, welche dir gerade nicht gut tun könnten, zu vermeiden oder beginne direkt mit Schwangerschaftsyoga. Ob in einem Kurs oder vielleicht auch mit der Keleya App, tue immer das, was dir gerade gut tut. Spüre in dich hinein und lasse die Übungen weg, die sich nicht passend anfühlen. Denn wenn es dir gut geht, dann schüttest du Glückshormone aus und damit geht es auch dem Baby gut.

Das 3. Trimester – der Endspurt    

Zwei Drittel der Schwangerschaft liegen nun schon hinter Dir. Dein Körper hat sich in den letzten Monaten stark verändert und führt dazu, dass mit ihm vielleicht auch deine Gedanken und dein e Sicht auf die Welt. Durch die letzten Wochen können dich die folgenden Tipps begleiten:

Schlafe, schlafe, schlafe

Dein Körper braucht all seine Energie für die unruhigen Nächte nach der Geburt. Da der immer größer werdende Babybauch die Nächte allerdings jetzt schon unruhiger und ruheloser werden lässt, besorge dir ein Stillkissen. Lege es in Seitenlage zwischen die Beine oder lege das obere Bein gemütlich darauf ab. So entlastest du deinen Rücken und kannst wieder besser schlafen.

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In der Schwangerschaft gut schlafen? Das geht mit ein paar Tricks.

Tempo raus

Nimm Hilfe an wenn sie dir angeboten wird. Wir Frauen neigen manchmal dazu, der Welt zu zeigen, dass wir alles alleine schaffen können. Doch in der Zeit der Schwangerschaft dürfen wir auch mal einen Schritt zurücktreten, das Tempo drosseln und uns einfach nur verwöhnen lassen.

Vorbereitung gegen Stress

Bürokratische Themen sind wahrscheinlich das Letzte, womit du dich in dieser Phase befassen möchtest. Doch es lohnt sich in jedem Fall, es schon jetzt zu tun, weil der Start in das Leben als Mami damit umso entspannter gelingt. Also Augen zu und Anträge ausfüllen.

Lebe im Moment

Genieße die kleinen Augenblicke in denen du dem kleinen Wesen in dir ganz nah sein kannst. Beispielsweise, wenn es morgens zum Start in den Tag das erste Mal strampelt oder wenn du dir zum tausendsten Mal vorstellst, wie es wohl aussehen wird, wenn es endlich auf der Welt ist.

Wie geht’s weiter?

Eigentlich genauso wie bisher, denn die Grundlage für einen „Slow Living Mode“ ist gelegt. Bewahre dir diese Lebenshaltung auch weiterhin. Denn auch im Wochenbett – den 8 Wochen nach der Entbindung – ist es wichtig auf dich zu achten. Und die folgenden Tipps können dabei helfen:

Offlinemodus aktivieren: Handy aus, Klingel und Telefon aus!

Die Geburt eines Babys ist bei Verwandten und Freunden natürlich ein Highlight und jeder möchte wissen, wie es Mami und Kind geht. Gleichzeitig sind die ersten gemeinsamen Wochen ganz besonders und intensiv, denn ihr müsst euch erstmal gegenseitig kennenlernen. Und dafür braucht es Zeit und Ruhe. Deswegen Handy, Telefon und Klingel aus und bei allen um Verständnis bitten, dass Ihr euch melden werdet sobald die Zeit dafür da ist.

Dein  Baby schläft, leg dich einfach dazu

Selbstfürsorge sollte im Wochenbett ganz groß geschrieben werden. Nutze daher die Schlafenszeit deines Babys nicht dafür, um irgendwas‚ dringendes zu erledigen. Lass es stattdessen langsam angehen. Lege dich mit ins Bett oder aufs Sofa und gönne dir die Ruhe, die dein Körper jetzt braucht. Gerade nach der ersten Schwangerschaft solltest du das ausnutzen, denn wenn erstmal ein größeres Geschwisterkind da ist, dann ist für solche Auszeiten sowieso keine Zeit mehr.

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Mit dem Baby schlafengehen und ein bisschen Schlaf nachholen.

Perfektionismus adé

Eine super saubere Wohnung, ein 3 Gänge Menü am Abend oder ein perfekt durchgestyltes Outfit. Das alles braucht es in den ersten Wochen nach der Geburt überhaupt nicht. Stattdessen solltest du Fünfe grade sein lassen und die Entschleunigung in den Vordergrund stellen. Eine Pizza vom Lieferservice kann auch lecker sein. Und wenn du dich danach fühlst bis mittags gemütlich in der Schlabberhose rumzulaufen – wunderbar, dann mach das!

Gehe mit dem Flow 

Lass dich leiten von deinem Bauchgefühl und vertraue darauf, dass du intuitiv weißt, was in welcher Situation das richtige für dich und dein Baby ist. Eine Erfahrung, die dich in deinem ganzen späteren Familienleben positiv begleiten kann.  

Autorenbild

Autorin: Stephanie Poggemöller ist Working-Mom, Coach und Hobbyfotografin. Sie führt ein Leben zwischen Vorstadt und Großstadt. Mit ihrem Blog yourSlifestyle möchte sie zu mehr „Slow Life“ in allen Lebenslagen inspirieren.