Was macht eine Hebamme und wie kann ich sie finden? 

Amelie Suermann 07.11.19
Was macht eine Hebamme

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gehören zu den aufregendsten Phasen im Leben einer Frau. Kompetente Unterstützung und Begleitung durch eine Hebamme in dieser Zeit hilft dir dabei, gestärkt und gut informiert durch dieses spannende Kapitel deines Lebens zu gehen. Brauchst du überhaupt eine Hebamme? Studien zeigen, dass die kontinuierliche Betreuung durch eine Hebamme während deiner Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett viele Vorteile für die Gesundheit von dir und deinem Baby hat. Was eine Hebamme genau macht, wann du eine Hebamme suchen solltest und wie du sie am besten findest, erfährst du in diesem Artikel. Er bezieht sich primär auf das deutsche System, aber auch auf Österreich und die Schweiz. In jedem Land wird der Einsatz von Hebammen unterschiedlich gehandhabt, daher gibt es keine allgemeingültigen Richtlinien.

Was macht eine Hebamme?

Hebammen sind Expertinnen für die Betreuung während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Sie führen Untersuchungen bei der Schwangeren und dem Baby durch, beraten bei Fragen und Problemen und erbringen Hilfe bei Beschwerden in der Schwangerschaft und im Wochenbett. Sie arbeiten zum Beispiel in Hebammenpraxen, Geburtshäusern, Kliniken oder komplett selbstständig. Ob du Hebammenleistungen in Anspruch nehmen möchtest, kannst du selbst frei entscheiden. Folgende Möglichkeiten gibt es:

Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft unterstützen und beraten freiberufliche Hebammen werdende Eltern von Anfang an. Daher solltest du am besten schon im ersten Trimester der Schwangerschaft nach einer Hebamme suchen.

Deine Hebamme finden

Hebammen leisten viel Präventivarbeit für die Gesundheit deines Babys und dir. Sie sehen Schwangerschaft und Geburt als gesunde, normale Ereignisse im Leben einer Frau an. Durch umfassende Betreuung und Beratung von Anfang an, können viele Risiken für Mutter und Kind gesenkt werden, zum Beispiel das Risiko einer Frühgeburt.

Schwangerenvorsorge – bei der Hebamme oder beim Arzt?

Die Schwangerenvorsorgeuntersuchungen können sowohl durch eine Hebamme, als auch eine/n Frauenarzt/ärztin, oder beide im Wechsel durchgeführt werden. Sie finden in einer Hebammen- oder Arztpraxis oder bei dir Zuhause statt und werden im Mutterpass dokumentiert. Bei jedem Termin werden die Lage und Größe deines Babys, die kindlichen Herztöne und das Wachstum der Gebärmutter, sowie dein Blutdruck, Urin und Gewicht untersucht. Hebammen führen keine Ultraschalluntersuchungen durch, diese finden immer beim Gynäkologen oder der Gynäkologin statt. 

Bei Vorsorgeuntersuchungen durch eine Hebamme ist ausreichend Zeit da, deine Fragen zu beantworten und über dein Befinden zu sprechen. Häufige Beratungsthemen in der Schwangerschaft sind zum Beispiel die Wahl deines Geburtsortes und die Vorbereitung deines Wochenbetts. 

Wie dich die Hebamme bei Schwangerschaftsbeschwerden unterstützt

Bei Schwangerschaftsbeschwerden, wie Sodbrennen, Wassereinlagerungen oder Schmerzen kann dir deine Hebamme außerdem mit Hilfe und Beratung zur Seite stehen. Viele Beschwerden können durch gezielte Maßnahmen, wie eine Ernährungsumstellung, Akupunktur oder naturheilkundliche Mittel gelindert werden. Auch psychische Beschwerden, wie Ängste, depressive Gefühle und Stress in der Schwangerschaft kannst du mit deiner Hebamme besprechen. So kann  sie dich zu entlastenden Maßnahmen und Hilfsmöglichkeiten beraten. 

Wenn Risiken oder Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf auftreten, arbeiten Hebammen und Gynäkologen zusammen, um die bestmögliche Versorgung für jede Frau zu gewährleisten. 

Der Geburtsvorbereitungskurs

Viele Hebammen bieten in der Schwangerschaft außerdem Kurse an, zum Beispiel zur Geburtsvorbereitung. Ein Geburtsvorbereitungskurs umfasst die wichtigsten Informationen und praktische Übungen, um dich auf die Geburt und die Zeit danach vorzubereiten. Er kann mit oder ohne Partner stattfinden und wird in Hebammenpraxen, Gesundheitszentren, Kliniken oder online in der Keleya App angeboten. Ein guter Zeitpunkt für einen Geburtsvorbereitungskurs ist das zweite oder dritte Trimester, sodass du noch einige Wochen Zeit bis zum errechneten Termin hast. Wenn du keinen anderen Kurs in der Schwangerschaft besucht hast, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten für einen Geburtsvorbereitungskurs. 

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Was macht die Hebamme bei der Geburt?

Die Betreuung und Anwesenheit einer Hebamme während der Geburt ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz Standard. Die Hebamme unterstützt dich und deinen Partner im Geburtsverlauf. Sie zeigt dir, wie du deine Wehen am besten verarbeiten kannst: zum Beispiel durch Atmung und Bewegungen und natürliche Schmerzlinderung, wie Massage oder Wärmeanwendungen. Sie untersucht dich und überwacht selbstständig den Geburtsverlauf und das Wohlbefinden von Mutter und Baby. Falls Besonderheiten oder Probleme auftreten, zieht sie eine Ärztin oder einen Arzt hinzu. 

Arten der der Hebammenbegleitung während der Geburt

1) Geburt in der Klinik 

Wenn du zur Geburt in eine Klinik gehen möchtest, ist die Betreuung durch eine Hebamme gewährleistet und muss nicht durch dich selbst vorher organisiert werden. Du lernst deine betreuende Hebamme dann kennen, wenn du zur Geburt in die Klinik kommst. Hebammen arbeiten in Kliniken meist in einem Schichtdienst System, so dass alle acht bis zwölf Stunden ein Schichtwechsel stattfindet und eine neue Hebamme die Betreuung übernimmt. Die meisten Hebammen betreuen in der Klinik zwei bis drei Frauen gleichzeitig. Daher ist in diesem System leider keine kontinuierliche eins- zu-eins Betreuung gewährleistet. 

2) Beleggeburt in der Klinik, Geburtshausgeburt und Hausgeburt 

Wenn du während deiner Geburt eine eins-zu-eins Betreuung durch eine freiberufliche Hebamme wünschst, gibt es drei verschiedene Möglichkeiten: die Beleggeburt in der Klinik, eine Geburtshausgeburt und eine Hausgeburt. 

Die Beleggeburt

Beleghebammen bieten neben Vor- und Nachsorge auch die individuelle Begleitung der Geburt in eins-zu-eins Betreuung in der Klinik an. Dafür haben sie einen Vertrag mit einer bestimmten Klinik, in der sie ihre Klientinnen zur Geburt von Anfang bis Ende begleiten können. Die Geburt mit einer Beleghebamme hat also einen großen Vorteil: du kennst deine Hebamme schon in der Schwangerschaft und kannst Vertrauen zu ihr aufbauen. Die Hebamme kennt deine Vorgeschichte und kann so auf dich und deine individuellen Bedürfnisse optimal eingehen. Sie muss außerdem keine anderen Frauen parallel betreuen. So hast du eine komplette eins-zu- eins Betreuung in der Klinik. Allerdings sind Beleghebammen meist weit im Voraus ausgebucht – daher musst du dich schon sehr früh in der Schwangerschaft auf die Suche machen. 

Geburtshausgeburt und Hausgeburt

Wenn du gesund bist und eine normale Schwangerschaft ohne Risiken hast, besteht auch die Möglichkeit einer Geburt im Geburtshaus oder Zuhause – in beiden Fällen betreut dich deine Hebamme im gesamten Geburtsverlauf. Eine schnelle Verlegung in die Klinik bei Komplikationen ist jederzeit möglich. Wie bei einer Beleghebamme betreut dich deine Hebamme meistens auch vor und nach der Geburt, so dass du auch hier eine kontinuierliche Betreuung durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett durch die gleiche Hebamme bekommst. Bei einer außerklinischen Geburt arbeiten Hebammen meistens in Teams. Zur Geburt kommt zur Unterstützung noch eine zweite Hebamme hinzu.

Kosten einer Beleggeburt oder außerklinischen Geburt

Bei einer Beleggeburt, Geburtshausgeburt oder Hausgeburt steht deine Hebamme in den Wochen vor und nach dem errechneten Termin für dich jederzeit auf Abruf, um dich während deiner Geburt zu betreuen. Für diese Rufbereitschaft fällt eine Kostenpauschale an, die aus eigener Tasche gezahlt werden muss und von vielen Krankenkassen teilweise bezuschusst wird. Die Kosten dieser Pauschale können stark variieren. Wenn du dir eine Beleggeburt oder Hausgeburt wünschst, dann lasse dich daher dazu von deiner Hebamme zu Beginn der Betreuung beraten und frage bei deiner Krankenkasse an, ob ein Teil der Kosten übernommen wird.

Die Nachsorge-Hebamme: Hebammenbetreuung im Wochenbett

Nach der Geburt betreuen Hebammen Mutter und Kind im Wochenbett und der Stillzeit. Eine Nachsorgehebamme kommt für die Wochenbettbesuche zu dir nach Hause. Sie kann dir in den ersten aufregenden Wochen viele Fragen beantworten und Ängste nehmen. 

Am Anfang besucht dich deine Nachsorgehebamme bei Bedarf sogar täglich, um das Wohlbefinden von dir und deinem Baby zu überwachen. Sie untersucht die Rückbildung der Gebärmutter und überwacht die Heilung von Geburtsverletzungen. Sie ist außerdem deine Ansprechpartnerin für alle Fragen und Probleme zum Thema Stillen, um dir und deinem Baby den bestmöglichen Stillstart zu ermöglichen. 

Deine  Hebamme kontrolliert  außerdem das Gewicht und die Entwicklung deines Babys und kann dir wertvolle Tipps zur Babypflege geben – zum Beispiel wie du dein Baby badest, trägst und wickelst. 

Familienhebammen können Mutter und Kind im ganzen ersten Lebensjahr begleiten

Die Bewältigung des Alltags mit einem Baby kann viele Herausforderungen mit sich bringen. Wenn werdende Eltern in belastenden Situationen besondere Unterstützung brauchen, kann eine Familienhebamme  im ersten Lebensjahr nach der Geburt die Betreuung übernehmen. Familienhebammen sind durch eine Zusatzausbildung darin geschult, über die reguläre Hebammenbetreuung hinaus Unterstützung und Beratung zu sozialen und organisatorischen Themen anzubieten, damit der Start in die Elternschaft gut gelingt.

Wann solltest du eine Hebamme suchen?

Wenn du durch eine freiberufliche Hebamme in der Schwangerschaft, und/ oder im Wochenbett betreut werden möchtest, solltest du dich am besten so früh wie möglich in deiner Schwangerschaft darum kümmern, am besten direkt nachdem die Schwangerschaft festgestellt wurde. Einen zu frühen Zeitpunkt gibt es nicht, denn eine Hebamme kann dich notfalls auch im Falle einer  Fehlgeburt betreuen. 

Die Nachfrage nach freiberuflichen Hebammen ist in vielen Regionen groß und die meisten Hebammen haben nur ein begrenztes Kontingent an Betreuungsplätzen pro Monat. Freiberufliche Hebammen, die Geburtshilfe anbieten, sind meistens besonders nachgefragt. Informiere dich daher am besten zeitnah über Hebammen in deiner Nähe und kontaktiere sie dann direkt. 

Wie findest du eine Hebamme?

  • Im Internet: Viele freiberufliche Hebammen haben ihr eigene Webseite, über die du sie kontaktieren kannst. 
  • Durch eine Hebammenpraxis oder ein Geburtshaus: viele Hebammen arbeiten in Praxen, die du für eine Anfrage kontaktieren kannst. 
  • Bei deiner Geburtsklinik: viele Kliniken haben eine eigene Hebammenliste.
  • Über die örtliche Hebammenliste in deinem Wohnort
  • Mittels des Hebammenverbandes in deinem Bundesland oder des Deutschen Hebammenverbandes
  • Kontaktiere deine Krankenkasse
  • Über Ammely, die Hebammenvermittlungsplattform des Deutschen Hebammenverbandes und Keleya

Wenn du eine Hebamme gefunden hast, triffst du sie in der Regel zu einem ersten Termin. Dabei wird sie dich kennenlernen und mit dir besprechen, welche Form der Betreuung sie anbietet und welche Betreuungsform am besten zu dir passt. 

Akute Hebammensuche

Du brauchst ganz schnell eine Hebamme, die dich in den nächsten Tagen kurzfristig per Hausbesuch oder digital betreuen kann? Auf Ammely haben wir für die Zeit der Corona-Pandemie eine Akutsuche eingerichtet. 

Hebamme jetzt finden

Die Nachsorgehebamme

Hebammen begleiten Frauen nicht nur während der Geburt, sondern auch in der Zeit danach. Doch vielleicht fragst du dich: Was macht eine Hebamme nach der Geburt eigentlich? Wie oft kommt die Hebamme? Wie lange kommt sie nach der Geburt? Und brauche ich überhaupt eine Hebamme? Die Hebamme für Nachsorge ist die Fachfrau für die Betreuung von Mutter und Kind nach der Geburt. Sie schaut dass es dir, deinem Kind und euch als Familie gut geht, in dieser spannenden Zeit. Und das auf vielen  Ebenen.

Braucht man überhaupt eine Hebamme nach der Geburt?

Vielleicht fragst du dich: Braucht man wirklich eine Hebamme zur Nachsorge? Oder ist eine Hebamme vielleicht sogar Pflicht? Nein, natürlich nicht. Du entscheidest das für dich und deine Situation persönlich. Hast du viel familiäre Unterstützung und frisch gebackene Mamas um dich herum, wird dir das die Zeit im Wochenbett unheimlich erleichtern. Auch, wenn es vielleicht nicht dein erstes Kind ist, hast du sicherlich auch bereits Erfahrung gesammelt. Dennoch ist die Unterstützung durch eine Hebamme nach der Geburt Gold wert.

Denn ob dein Kind zu Beispiel eine Gelbsucht hat, der Bauchnabel infiziert ist, wie deine Geburtsverletzung heilt und ob die Gewichtszunahme deines Kindes normal ist, kann nur eine Fachperson beurteilen. Dafür ist es sinnvoll, eine Hebamme an deiner Seite zu haben. 

Wie die Nachsorgehebamme dich nach der Geburt unterstützen kann:

1. Die Nachsorgehebamme beantwortet dir alle Fragen nach der Geburt

Mit der Geburt deines Kindes/deiner Kinder wird dein und euer Leben wahrscheinlich erstmal so richtig auf den Kopf gestellt. Plötzlich tauchen viele Fragen und möglicherweise Unsicherheiten auf. Du machst dir über ganz neue Dinge Gedanken, wie: Gedeiht mein Kind? Sieht der Nabelschnurrest normal aus? Hat mein Kind Gelbsucht? Sind die Pickelchen im Gesicht normal? Aber auch du sollst nicht zu kurz kommen, selbst wenn sich jetzt alles ums Baby dreht: Die Nachsorgehebamme sieht sich zum Beispiel deine Wundheilung an und schaut, wie es mit dem Stillen klappt.

Deine Nachsorgehebamme finden

2. Sie unterstützt dich bei der Rückbildung 

Die Nachsorgehebamme unterstützt und bestärkt dich darin, in deine neue Rolle als Mama zu finden. Dabei spricht sie mit dir über die Geburt und dein Befinden und erkennt, ob du weitere Unterstützung brauchen solltestst. Ob deine Rückbildung normal verläuft, kann deine Hebamme sanft von außen mit einer Hand auf deinem Bauch ertasten. 

Noch einige Zeit nach der Geburt hast du den sogenannten “Wochenfluss”. Deine Nachsorgehebamme überprüft dabei zum Beispiel, ob die Menge und Farbe normal sind. Sie wird schnell erkennen, falls etwas nicht stimmen sollte. Deine Hebamme zeigt dir außerdem sanfte Rückbildungsübungen, die du zu Hause machen kannst.  Zudem gibt sie dir Tipps, wie du deinen Beckenboden im Alltag schonen kannst und sagt dir, wann du bereit bist, mit dem Rückbildungskurs zu starten. 

3. Sie hilft dir bei der Wundversorgung

Hattest du eine Geburtsverletzung, die genäht werden musste oder einen Kaiserschnitt? Die Hebamme schaut sich die Naht an. Wenn nötig, zeigt sie dir, wie du die Wundheilung unterstützen kannst. Zusätzlich kannst du mit deiner Hebamme auch alle Fragen zum Thema Sexualität, Verhütung, Vorsorgeuntersuchungen, Sport und Ernährung besprechen. 

4. Die Hebamme gibt dir Stillberatung

Wenn du stillen möchtest, zeigt dir deine Nachsorgehebamme das korrekte Anlegen in verschiedenen Positionen. Zudem hilft sie dir bei der Vorbeugung und Behandlung von wunden Brustwarzen, Milchstau oder einer Brustdrüsenentzündung. Gestaltet sich das Stillen schwieriger, zeigt sie dir, wie du Milch abpumpen kannst oder sie berät dich gegebenenfalls zur Gabe von Ersatznahrung.

5. Sie gibt dir Tipps für Babypflege und Babyhandling

Gemeinsam mit deiner Nachsorgehebamme wiegt ihr das Kind regelmäßig und badet es zum ersten Mal. Bei Bedarf zeigt sie dir das Wickeln und das Handling deines Babys. Sie berät dich zur Körperpflege, zum Schlaf- und Schreiverhalten deines Kindes, den Vorsorgeuntersuchungen und nimmt Blut für das Stoffwechselscreening ab. 

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Wann solltest du die Hebamme zur Nachsorge kontaktieren?

Wenn du deine Wunschhebamme kontaktierst, frag doch einfach nach, wie sie arbeitet. Einige Hebammen machen auch ausschließlich Nachsorgen. Meistens macht es aber trotzdem Sinn, sich in der Schwangerschaft schon einmal zu treffen und sich kennenzulernen, um zu sehen, ob die Chemie zwischen euch stimmt. 

Wie oft kommt die Hebamme zur Nachsorge?

Wie oft deine Hebamme dich und deine Familie zu Hause besucht ist sehr individuell. Die Krankenkasse übernimmt in den ersten 10 Tagen nach der Geburt die Kosten für maximal zwei Besuche der Hebamme täglich. Meistens kommt sie in den ersten 10-14 Tagen täglich, dann vielleicht alle 2-3 Tage. Nach einem Monat ist vielleicht auch ein Hebammenbesuch einmal in der Woche ausreichend. Das entscheidet sich nach Bedarf. Für die Nachsorgetermine gibt es keine festen Regeln, den Rhythmus bestimmst du gemeinsam mit deiner Hebamme.

Wie lange kommt eine Hebamme zur Nachsorge?

Ab Tag 10 nach der Geburt kann die Hebamme dich noch 16 mal besuchen, bis dein Kind 12 Wochen alt ist. Danach habt ihr bis zum Ende der Stillzeit noch acht Termine. In der Regel reicht das Kontingent aus. Solltest du aber z.B. Schwierigkeiten beim Stillen oder dein Kind Probleme mit der Gewichtszunahme haben, stellt dir dein/e Frauen-oder Kinderarzt/-ärztin sicherlich gerne ein Rezept für weitere Besuche aus. Solange du Bedarf und Fragen hast, kommt die Nachsorgehebamme zu dir nach Hause. Acht Wochen nach der Geburt haben sich die meisten Familien in der Regel so gut eingespielt, dass keine regelmäßigen Besuche mehr notwendig sind.

Übernimmt die Krankenkasse die Hebammenleistungen nach dem Wochenbett?

Die 12 Wochen sind vorbei? Was nun? Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Beratung durch eine Hebamme aber bis du komplett abgestillt hast. Wann das ist, bestimmen allein du und dein Kind. Häufig tauchen nochmals Fragen auf, wenn du abstillen möchtest oder zur Beikosteinführung. Wird dein Kind mit der Flasche ernährt trägt die Krankenkasse die Kosten bis zum Ende des 9. Lebensmonats.

Ist es möglich, eine Hebamme nur für die Nachsorge zu buchen?

Du fühlst dich während deiner Schwangerschaft gut betreut durch deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt und möchtest eine Hebamme nur für die Nachsorge? Da bist du nicht die einzige! Viele Frauen haben eine Hebamme, die erst nach der Geburt nach Hause kommt. 

Wie suche ich eine Hebamme für nach der Geburt? 

Du bist schwanger und auf der Suche  nach einer Hebamme für die Zeit nach der Geburt? Früh anfangen lohnt sich, denn viele Hebammen sind schnell ausgebucht. Doch du fragst dich: Wo finde ich am Besten eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung? 

  • Hebammensuche im Internet
  • Auf der Hebammenvermittlungsplattform Ammely

Auf Ammely, der bundesweiten,  kostenlosen Plattform des Deutschen Hebammenverbandes für die Vermittlung von Hebammenleistungen findest du eine passende Hebamme in deiner Region:  https://www.ammely.de

Der erste Schritt, den die meisten werdenden Mamas gehen, ist die Suche über das Internet. Einige Hebammen haben ihre eigenen Webseiten Vielleicht findest du ja sogar eine Hebammenpraxis oder ein Geburtshaus direkt in deiner Nähe. Kurzfristig finden einige Mamas oft noch eine Hebamme über Facebook-Gruppen. Schau doch mal, ob es dort etwas  für deine Region gibt.

  • Hebammenlisten der Krankenkassen

Seit Neuestem gibt es außerdem eine Liste mit Suchfunktion vom Spitzenverband der Krankenkassen, die fast alle Hebammen in den verschiedenen Regionen beinhaltet.

Weitere Tipps zur Hebammensuche 

  1. Frage im Freundeskreis: Vielleicht hat  eine Freundin, die selbst gerade Mama geworden ist, eine Empfehlung für dich.
  2. Manche Hebammen legen ihre Visitenkarten auch in gynäkologischen Praxen oder in Familienzentren oder Apotheken aus.   
  3. Auch Geburtskliniken haben eigene Hebammenlisten. Vielleicht gibt es in deiner Region  auch einen zentralen Hebammenruf oder eine Liste mit allen Hebammen.
  4. Je nachdem, in welchem Bundesland du wohnst, kannst du kannst auch direkt die Landesverbände der Hebammen kontaktieren (abhängig vom Bundesland).

Du siehst, es gibt viele Gründe, weshalb die Unterstützung der Hebamme nach der Geburt wertvoll ist. Wir wünschen dir, dass du eine passende Hebamme für deine Bedürfnisse findest, die dich optimal im Wochenbett und darüber hinaus unterstützen kann.

Brauche ich eine Hebamme? – Was ist, wenn ich keine finde?

Der Hebammenmangel allerorts und die große Nachfrage sind leider dafür verantwortlich, dass es nicht allen Schwangeren rechtzeitig gelingt, eine Hebamme zu finden. 

Melde dich am Besten bei deiner Krankenkasse und teile ihnen deine Situation mit. Denn auch wenn du alle Vorsorgeuntersuchungen auch bei deiner Gynäkologin machen kannst, hat die Betreuung durch eine Hebamme viele Vorteile für dich in der Vorbereitung auf die Geburt und in der Nachsorge.

Der Deutsche Hebammenverband hat eine Landkarte der Unterversorgung erstellt, auf der sich Schwangere ohne Hebamme eintragen können, um Druck auf die Politik auszuüben. Hier kannst du dich darauf eintragen:   https://www.unsere-hebammen.de/mitmachen/unterversorgung-melden/

Bei Stillproblemen kannst du dich außerdem nach Stillgruppen in deiner Nähe erkundigen oder eine Still- und Laktationsberaterin kontaktieren, um einen Termin zu vereinbaren. 

Was kostet eine Hebamme?

Die meisten Leistungen der Hebammenbetreuung und die Kosten für deine Geburt werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – du musst also nichts hinzuzahlen. 

Ausnahmen bilden nur bestimmte Sonderleistungen, wie zum Beispiel Akupunktur. Bei einer Beleg- , Geburtshaus- oder Hausgeburt fallen außerdem die Kosten für die Rufbereitschaft einer Hebamme an, die dich bei der Geburt betreut. 

Für diese Rufbereitschaft berechnen freiberufliche Hebammen eine Pauschale, die unterschiedlich hoch ausfallen kann und die aus eigener Tasche gezahlt werden muss. Die Krankenkassen übernehmen häufig einen Anteil der Rufbereitschaftspauschale – informiere dich dazu am besten bei deiner Krankenkasse. 

Die Hebamme: Ein Beruf – viele Arbeitsweisen

Wie du siehst, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten der Hebammenbetreuung. Überlege dir am besten schon frühzeitig, welche Art der Betreuung dir am besten gefällt, damit du dich bald auf die Suche nach der passenden Hebamme machen kannst. 



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Geburtspositionen – welche Position ist die Richtige?

Als werdende Mama wirst du dir viele Gedanken machen über den Verlauf der Geburt. Sicherlich wirst du auch viele Geschichten und Meinungen hören, welche Geburtspositionen die effektivsten und schmerzfreisten sind.

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Den Gräsern, Kräutern und Blüten die auf deutschen Wiesen wachsen, werden schon seit Jahrhunderten heilende Wirkung nachgesagt. Ideal für eine sanfte Geburtsvorbereitung.

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Schwanger – und nun?

Nichts hört man als Schwangere so oft wie den Spruch: „Wenn das Kind erst da ist, wird sich dein ganzes Leben verändern.“ Pustekuchen! Denn das Leben ändert sich buchstäblich ab dem Moment, in dem es sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter bequem macht.