Magnesiummangel und Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft – ein häufiges Phänomen

Dr. med. Judith Bildau 08.11.19
Magnesiummangel und Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft

Magnesiummangel- viele Schwangere leiden darunter. Doch woran erkennst du, dass du einen Magnesiummangel in der Schwangerschaft hast? Was sind die Anzeichen dafür? Hier erfährst du, welche Symptome sich zeigen können und was du dagegen tun kannst.

Habe ich einen Magnesiummangel? 

Aua, das tut weh: Nachts von Wadenkrämpfen geweckt werden, kennst du das? Die Ursachen für Wadenkrämpfe sind vielfältig. Am häufigsten sind sie durch einen Mineralstoffmangel bedingt. Hier spielt vor allem Magnesium eine große Rolle. Magnesium ist auf verschiedenen Ebenen für eine intakte Muskelfunktion sehr wichtig. Letztendlich sorgt es für die Entspannung der Muskulatur. 

Warum kommt Magnesiummangel in der Schwangerschaft häufig vor?

  1. Durch eine veränderte Funktion in der Schwangerschaft scheidet die Niere der werdenden Mama vermehrt Magnesium aus. 
  2. Viele Schwangere schwitzen durch die körperliche Belastung mehr. Dadurch werden vermehrt Elektrolyte, also auch Magnesium, abgesondert. 
  3. Schwangere haben einen erhöhten Harndrang, das heißt, sie müssen häufiger auf Toilette. Durch das vermehrte Wasserlassen, verliert der Körper ebenfalls zusätzlich Magnesium.

Weitere Ursachen für die Wadenkrämpfe:

  1. Durchblutungsstörungen: In der Schwangerschaft kann es durch eine eingeschränkte Durchblutung der Muskulatur zu Wadenkrämpfen kommen. Ausgelöst werden kann   dies durch einen Bewegungsmangel, zum Beispiel, wenn sich die Schwangere körperlich schonen oder auch viel liegen muss. Zudem kann es durch einen Flüssigkeitsmangel zu einer verminderten Durchblutung kommen. Vermehrtes Schwitzen und auch das häufige Wasserlassen können dazu führen, dass die werdenden Mama unter einem solchen Flüssigkeitsmangel leidet. 
  2. Überlastete Muskulatur: Die Muskulatur wird in der Schwangerschaft insgesamt sehr belastet. Ein wichtiger Grund dafür ist das höhere Körpergewicht. Gerade bei langem Laufen und Stehen, besonders mit ungeeignetem Schuhwerk wie Absatzschuhen, kann es schnell zu einer Überbelastung kommen. Kommt die Muskulatur nachts zu Ruhe, entlädt sich diese übermäßige Anspannung schließlich mit unangenehmen Verkrampfungen.

Was kannst du gegen Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft tun?

Die gute Nachricht ist: Du kannst relativ leicht Abhilfe schaffen, so dass deine nächtliche Ruhephase nicht mehr durch lästige Wadenkrämpfe gestört wird. 

Hier verraten wir dir, wie das geht:

  1. Magnesiummangel? Ganz wichtig ist die ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, hier besonders mit Magnesium. Leidest du unter Muskelkrämpfen, solltest du zusätzlich 310 mg Magnesium täglich einnehmen. Um das Gleichgewicht des ebenfalls an der Muskelarbeit beteiligten Mineralstoffes Calcium zu erhalten, empfiehlt sich eine zusätzliche Einnahme von 1000 mg Calcium.
  2. Fördere deine Durchblutung! Sportarten, wie Yoga, Schwimmen und Radfahren fördern schonend die Durchblutung deiner Muskulatur und sind deshalb besonders zu empfehlen. Auch Wechselduschen und Massagen deiner Beine unterstützen deine Blutzirkulation.
  3. Vermeide eine Überbeanspruchung deiner Muskulatur durch zu langes Gehen und Stehen! Bitte denke auch an ein geeignetes Schuhwerk.
  4. Trinke ausreichend! Deine Flüssigkeitszufuhr sollte mindestens 1,5 Liter betragen und etwas mehr, falls es sehr warm ist und du viel schwitzt.

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Ein wichtiger Tipp: Ist es ebenfalls nötig, dass du in deiner Schwangerschaft ein Eisenpräparat einnehmen musst, nimm dieses bitte in einem zeitlichen Abstand von etwa 2 bis 3 Stunden zu dem Magnesiumpräparat ein. Eisen und Magnesium bilden bei gleichzeitiger Einnahme nämlich Komplexe und können dann nicht von deinem Körper aufgenommen werden.

Akute Wadenkrämpfe: Was tun?

  1. Ziehe die Zehen des betroffenen Beines langsam nach oben Richtung Knie.
  2. Stelle den Fuß des betroffenen Beines gegen einen Widerstand, versuche die Fußspitze  Richtung Knie zu bewegen und übe leichten Druck aus.
  3. Massiere deine Wade langsam von unten nach oben. So löst du die Verkrampfung und förderst außerdem die Durchblutung. Falls du dies selbst nicht mehr tun kannst, bitte deinen Partner es für dich zu tun.

Wadenkrämpfe sind lästig, aber harmlos!

Das wichtigste zum Schluss: Auch wenn Wadenkrämpfe sehr schmerzhaft sind und du dich jedes Mal erschreckst, wenn du davon nachts geweckt wirst- sie schaden deiner Schwangerschaft und deinem Baby nicht! Und du wirst sehen, mit den oben genannten Verhaltensmaßnahmen wirst du bald wieder ohne diese nächtlichen Schmerzen schlafen können. 

 

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