Rennst du noch die ganze Zeit im Hamsterrad oder lebst du schon? – Ein Plädoyer für mehr Selfcare für Mamas und 5 Tipps zur Entspannung

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Wir Mamas sind Managerinnen, Ärztinnen, Köchinnen, Seelsorgerinnen, Baumeisterinnen, Kommunikationsstrateginnen und dabei auch noch im Job mit voller Power dabei. Vor allem aber beherrschen wir die große Kunst des Spagats zwischen Familie, Arbeit und Haushalt.

Bei diesem Einsatz haben wir allen Grund stolz zu sein. Doch…hoppala…haben wir da nicht etwas oder jemanden vergessen? Da war doch noch was… Wenn wir mal  nachdenken, wann haben wir denn das letzte Mal etwas für uns getan? Uns eine Auszeit genommen, uns verwöhnt, etwas gegönnt und genossen – nur für uns?

Mama sein – ein Fulltime-Job

Vielleicht hast auch du während deiner Schwangerschaft gedacht, dass das Leben mit Baby wunderbar entspannt sein wird: Den ganzen Tag nur kuscheln, gemütlich durch den sonnigen Park spazieren, mit den Freundinnen lecker frühstücken und sogar noch Zeit für Sport oder ein anderes Hobby investieren.

Aber irgendwie scheinen sich die Zeiger der Uhr plötzlich viel schneller zu drehen als bisher. Jetzt bist du rund um die Uhr beschäftigt und trotz „Babypause“ am Ende des Tages ganz schön platt. Lecker frühstücken? Geht nicht, das Baby ist krank. Ein Hobby? Was war das nochmal? Gemütlich spazieren? Ja klar, selbst bei strömendem Regen, damit das Kleine mal ein paar Minuten schläft.

Die verrückten Tage im bunten Familienalltag

Es gibt diese Tage, an denen Du rumhüpfst wie ein Pingpongball: morgens früh rappelst du dich aus dem Bett und denkst: „Schnell die Kinder fertigmachen, dann Großeinkauf, vorher aber noch die Wäsche in die Trommel, später kurz in die Werkstatt, den Termin für den Reifenwechsel machen und nicht vergessen, noch kurz einen Termin beim Kinderarzt zu machen. Mittags zum Eltern-Kind-Treffen einen Waffelteig mitbringen, der muss natürlich auch noch gemacht werden. Wir bleiben höchstens eine Stunde, weil die Große vom Flötenunterricht abgeholt werden muss und die Kinder noch gebadet werden müssen.

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Du rennst durch den Alltag wie die Ameise auf der Ameisenstraße, planst alles vor und doch kommt am Ende alles anders als geplant. Dein Baby, deine Kinder sind jetzt Chefsache, du selbst gibst alles, damit es ihnen gut geht und wirst dabei zur Meisterin der unvorhersehbaren Improvisation. Eine sehr gute Kompetenz, aber manchmal eben auch ganz schön anstrengend. Tage wie diese dürfen schon mal sein, auf Dauer tun sie dir aber alles andere als gut. Häufen sich diese Tage oder werden sie gar zum Dauergast, bleibst du selbst und deine eigenen Bedürfnisse komplett auf der Strecke. Das darf und soll nicht sein.

Die perfekte Mama oder was Kinder wirklich brauchen

Was nützt unseren Kindern eine perfekte Mama, wie aus einem Hochglanz-Magazin? Auch mit einem supersauberen Haushalt können sie nicht wirklich etwas anfangen. Spätestens sobald sie sich eigenständig fortbewegen können, wollen sie jede Menge Unsinn mit dir anstellen wie Fangenspielen, Kissenschlachten machen oder Legoturmwettbauen. Außerdem verlangen sie Antworten auf ihre unendlich vielen Fragen. Was sie wirklich brauchen, ist eine ausgeglichene, zugewandte und geduldige Mama, die Zeit für sie hat und ihnen zuhört. Eine Mama mit Ressourcen, ein Fels in der Brandung, eine die weiß, was sie will.

Mama sein und dabei Frau und Partnerin bleiben

Erstaunlicherweise können wir Mamas dann am besten für unsere Kinder sorgen, wenn wir in erster Linie gut für uns selbst sorgen. Wir sind eben nicht nur Mama, sondern auch Frau und eventuell sogar Partnerin. Für die innere Zufriedenheit und unser Selbstbewusstsein wollen auch diese anderen Anteile gelebt werden. Alle Anteile aber brauchen Nahrung, genauso wie ein Baby. Das Bedürfnis nach Hobbys, einem gepflegten Aussehen, Gesundheit, intellektuellen Herausforderungen, Partnerschaft, Frausein und sozialen Bindungen macht uns eben auch noch aus. Dafür brauchen wir Raum und Aufmerksamkeit. Vernachlässigen wir einen dieser Anteile, macht sich unterschwellig Unzufriedenheit breit. Deshalb ist die Frage „Was kann ich heute für mich tun?“ für uns Mamas elementar wichtig.

Selbstfürsorge für Mamas – Was kannst du für dich tun?

Klar, dass du jetzt erstmal nicht, wie vielleicht vor der Schwangerschaft, dreimal pro Woche ins Fitnessstudio oder zum Yoga gehen kannst. Auch die Kosmetikerin, der Friseur und dein Lieblingsshop müssen in der Anfangszeit nach der Geburt vermutlich ein bisschen auf dich warten. Aber es sind nicht immer nur die großen Dinge, die guttun. Die Qualität und nicht die Quantität der Zeit für dich selbst zählt. Möglichkeiten für die Selbstfürsorge gibt es viele, doch sie müssen für dich auch realisierbar sein, sonst landen sie schnell in der Tonne.

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5 Tipps für mehr Entspannung im Mama-Alltag

  1.  An jedem Tag sollte es auch eine Ruhepause für dich geben, in der du durchatmen, in Ruhe ein Kaffee trinken, die Beine hochlegen kannst. Für eine kleine Weile einmal nichts müssen, richtig „leer“ werden. Wenn du das als festes Ritual in deinen Alltag integrierst, können auch wenige Minuten einen großen Erholungseffekt bringen.
  2. Bewusst genießen – das geht in der Alltagshektik schnell mal unter. Genießen kannst du aber trainieren. Sich darauf zu konzentrieren, wie der frisch aufgebrühte Kaffee riecht, wie sich die weiche Decke an deinen Beinen anfühlt oder wie die Vögel im Baum zwitschern, lässt dich spüren: „Hey, ich bin auch noch da“.
  3. Entspannung beginnt im Kopf. Stress und Druck lässt nach, wenn du jedes „ich mussdurch „ich könnte“ oder besser noch „ich möchte“ ersetzt. Priorisieren heißt das Zauberwort. Das ermöglicht Alternativen, die ent-stressen und die wirklich wichtigen Dinge von den Optionen trennt.
  4. Ein Abend in der Woche nur mit deinem Mann ist eine wunderbare Möglichkeit, die Partnerschaft zu beleben und sich nicht nur als Mama, sondern auch mal wieder als Frau zu fühlen. Das muss nicht immer ein Candle-Light-Dinner sein. Einfach mal gemeinsam raus und nicht über die Kinder reden, das gibt der Beziehung immer wieder neuen Schwung.
  5. Dein Körper hat Unglaubliches geleistet und dein Körperbewusstsein ist nicht unbedingt dasselbe wie vor der Schwangerschaft. Ab und zu mal eine Wellness-Zeit mit allem, was dazugehört, gibt dir das Bewusstsein für deinen Körper, dein Frausein zurück: ein wunderbares Bad mit Gesichtsmaske, Fußpflege, Körperlotion, lackierte Nägel, ein kuscheliges Outfit. Alles was guttut, ist erlaubt!

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In diesem Sinne: Denk‘ auch mal an dich und genieße die Zeit mit dir selbst!

Autorin:

Esther Witte, Biologin und Mama von 2 wilden Jungs. Sie liebt das Jonglieren mit Wörtern, den niemals enden wollenden Lernprozess, die detektivische Recherche und den gedanklichen Rollentausch mit dem Leser.

Autorenfoto_EstherWitte