Die Einnistungsblutung: Wie du dieses sehr frühe Schwangerschaftsanzeichen richtig deutest

Du wünschst Dir ein Baby und hoffst, dass es diesmal endlich geklappt hat. Doch dann stellt sich eine Blutung ein. Das wirft natürlich sofort die Frage auf, ob es sich dabei um die „berühmte“ Einnistungsblutung oder um deine Regelblutung handelt. Ist es sich wirklich eine Einnistungsblutung, würdest Du Dich in der Frühschwangerschaft befinden. Wir schauen uns die wichtigsten Fragen rund um die Einnistungsblutung an und sagen Dir, wie Du sie von der Periodenblutung unterscheiden kannst.

Das erfährst du im Artikel:

Was ist eine Einnistungsblutung?

Eine Einnistungsblutung ist eine kurze Blutung, die dann eintreten kann, wenn eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut angekommen ist und sich dort in der obersten Hautschicht einnistet. Diesen Vorgang nennen Mediziner auch Nidation (lat. nidus bedeutet Nest) und die dazugehörige Form der Blutung Nidationsblutung oder Implatationsblutung.

Bei dieser Form der Blutung erscheint frisches und helles Blut über einen kurzen Zeitraum und in leichter Intensität. Dennoch ist sie nicht immer ganz einfach von einer schwachen Periodenblutung zu unterscheiden.

Wir schauen uns gleich noch genauer an, wie Du die Einnistungsblutung erkennen kannst. Denke aber daran, dass das alles nur Hinweise sein können. Jeder Frauenkörper ist anders und im Zweifelsfall helfen nur abwarten oder ein hoffentlich baldiger positiver Schwangerschaftstest!

Hier schon mal die Eckdaten zur Einnistungsblutung:

  • Zeitpunkt: ca. zwischen 7 und 12 Tagen nach der Befruchtung
  • Dauer: ca. 1 bis 2 Tage
  • Farbe: hell-rötliche Blutung (selten auch als leichte Schmierblutung)


Warum kommt es zu einer Einnistungsblutung?

Nach einer erfolgten Befruchtung wandert die befruchtete Eizelle durch den Eileiter Richtung Gebärmutter. In dieser Phase nennen Mediziner das Ei „Blastozyste“.

In der Gebärmutter angekommen, verfängt sich die Eizelle bestenfalls irgendwo in den Zotten der Gebärmutterschleimhaut. Sie hat in diesem Moment in etwa die Größe eines Stecknadelkopfes.

Nach dem ersten Kontakt zur Gebärmutterschleimhaut kann sich die Eizelle an Ort und Stelle einnisten.

Das passiert durch das Bewegungsverhalten der Eizelle und durch viele körperinterne Vorgänge. Die Sensoren in den Zotten der Gebärmutter nehmen die Präsenz der befruchteten Eizelle wahr. In dieser Phase prüft dein Organismus zum Beispiel schon ganz genau, ob die Eizelle entwicklungsfähig ist. Wenn ja, gibt er grünes Licht für die Einnistung und für die weitere Ernährung der Eizelle durch die Plazenta.

Da dieser Vorgang wirklich dem Nesteln eines kleinen Vogels oder eines Eis in einem kuscheligen Vogelnest gleicht, nennt man den Vorgang Einnistung oder in der medizinischen Fachsprache auch Nidation.

Nach dem Anheften der Blastozyste an den Zotten, beginnt die Eizelle mit der äußeren Schicht der Gebärmutterwand zu verwachsen. Dazu wird sie von einer Zellschicht, einem sogenannten Epithel überwachsen, umschlossen und damit fest in die Gebärmutterschleimhaut angebunden beziehungsweise eingepflanzt (Implantation).

Die Einnistungsblutung kommt zustande, wenn die befruchtete Eizelle beim Einbetten in die Gebärmutterwand kleine Blutgefäße beschädigt. Durch die gute Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut treten mitunter auch etwas größere Mengen an frischem, rotem Blut aus, die sich dann auch außen bemerkbar machen.Die Phase der Wanderung der Eizelle aus den Eierstöcken bis zur Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut ist ein hoch interessanter Vorgang, der auch von Wissenschaftlern schon genauestens unter die Lupe genommen wurde. Diese deutsche Studie zeigt wunderschöne Bilder der Blastozyste und informiert dich Schritt für Schritt, was ganz zu Beginn deiner Schwangerschaft in deinem Körper vor sich geht.

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Wie viele Frauen haben eine Einnistungsblutung?

Eine deutlich wahrnehmbare Einnistungsblutung tritt nur bei 15 bis 25 % aller Frühschwangerschaften auf. Zwar gehen Gynäkologen davon aus, dass bei so ziemlich allen werdenden Mamas bei der Einnistung Blutgefäße verletzt werden, meistens fällt die Menge aber so gering aus, dass das Blut im Inneren der Gebärmutter bleibt und nicht weiter auffällt.

Viele Frauen mit Babywunsch hoffen beim Auftreten einer leichten Blutung nach dem Eisprung natürlich inständig, dass es sich um eine Nidationsblutung und damit um ein Zeichen für eine Schwangerschaft handelt. Doch in der Praxis stellt sich leider oft heraus, dass die Periode eingesetzt hat oder es zu einer anderen Art der Zwischenblutung (manchmal auch durch Kinderwunschstress!) gekommen ist.

In der Praxis wird die Einnistungsblutung fast öfter von Frauen beobachtet, die gar nicht schwanger werden wollten oder nichts von einer Befruchtung wussten. Sie hielten die Blutung für die normale oder etwas schwächere Periode und waren überrascht, als sie von der Schwangerschaft und dem seltenen Phänomen der Einnistungsblutung erfuhren.

Wenn Du Dich schon länger mit Kinderwunschthemen beschäftigst und im Netz in Schwangerschaftsforen und auf Kinderwunsch-Seiten präsent bist, weißt du, dass die Einnistungsblutung dort ein großes Thema ist. Aufgrund der starken Präsenz des Themas kann der Eindruck entstehen, die Nidationsblutung sei ein übliches Schwangerschaftsanzeichen oder sogar ein „Muss“. Doch dem ist nicht so.

In der ärztlichen Fachliteratur wird diese Form der Blutung so gut wie nie in besonderer Weise erwähnt. Vielmehr gelten in der Gynäkologie leichte Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft als natürlicher und harmloser Vorgang, der weder etwas über die werdende Mama noch über das heranwachsende Kind aussagt.

Wie lange hält diese Blutung an?

Da bei der Einnistung in der Regel nur kleine Gefäße verletzt werden, würde eine Einnistungsblutung normalerweise nur ein bis zwei Tage dauern. Nur in äußerst seltenen Fällen kann sie auch länger anhalten.

Setzt bei dir eine länger anhaltende und stärkere Blutung ein, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um deine Periode handelt.

Ist die Blutung irgendwie ungewöhnlich oder hast du doch das Gefühl schwanger zu sein, solltest du zu deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin gehen und dich untersuchen lassen sowie einen Frühtest machen.

Schon ab dem achten Tag nach der Empfängnis ist das Schwangerschaftshormon HCG im Urin nachweisbar. Dank modernen Testverfahren liefert dir ein Schwangerschaftstest in dieser Phase schon 90 bis 98 % Sicherheit.

Du musst in diesem Fall aber auch immer bedenken, dass eine Schwangerschaft in dieser frühen Phase noch recht sensibel ist. Du weißt sicher bereits, dass ein positiver Test in der Frühphase nicht bedeuten muss, dass sich dein Baby weiter entwickelt.

Welche Farbe hat das Blut bei einer Einnistungsblutung?

Da Blut aus frisch verletzten Gefäßen austritt, ist das Blut einer Nidationsblutung meistens hell und deutlich rötlich (statt braun oder fast schwarz).

Ist eine Einnistungsblutung so stark ausgeprägt, dass sie außen sichtbar wird, dann zeigt sie sich als schwache, rasch wieder abnehmende Blutung mit rosa bis hellroter Färbung.

Selten kann die Einnistungsblutung auch als bräunliche Schmierblutung auftreten. Das passiert, wenn nur sehr wenig Blut austritt. Das verfärbt sich auf dem Weg dann dunkel.

Einnistungsblutung erkennen

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen einer Einnistungsblutung und der Regelblutung?

Wenn Frauen davon erzählen, trotz Periode schwanger gewesen zu sein, haben sie die Monatsblutung sehr wahrscheinlich mit der Einnistungsblutung verwechselt. So kommt es zum Beispiel vor, dass schwangere Frauen, die ihren Zyklus vor der Empfängnis nicht genau beobachtet haben, fälschlicherweise den Zeitpunkt der Nidationsblutung als letzte Periode angeben. Das führt dann zu kleinen Schwankungen in der Berechnung des Geburtstermins.

Anhand dieser Aspekte sollte es Dir besser möglich sein, die Menstruationsblutung von der Einnistungsblutung zu unterscheiden:

Zeitpunkt: Die Menstruation setzt ca. 14 Tage nach dem Eisprung ein. Führst Du einen Menstruationskalender, kannst Du Dich natürlich auch an der üblichen Gesamtdauer Deines Zyklus orientieren.

Kommt es früher im Zyklus zu einer Blutung, ist die Wahrscheinlichkeit einer Einnistungsblutung größer.

Farbe des Blutes: Bei der Einnistungsblutung ist das Blut rötlich und meistens heller als bei der Monatsblutung.

Stärke: Hast Du normalerweise eine starke Blutung und plötzlich tritt eine schwache auf, kann es sich um eine Einnistungsblutung handeln. Etwas schwieriger wird das Erkennen des Unterschiedes, wenn Du auch sonst nur eine schwache Blutung hast.

Noch einen Anhaltspunkt gibt Dir der Verlauf: Die Periodenblutung nimmt im Verlauf zu. Eine Einnistungsblutung dagegen verläuft gleichmäßig und leicht.

Dauer: Die Periode hält normalerweise drei bis fünf, bei manchen Frauen aber auch nur zwei Tage an. Eine Einnistungsblutung endet normalerweise nach ein bis zwei Tagen.

Auch hier hast Du es natürlich wieder einfacher mit der Unterscheidung, wenn Du normalerweise eine lange und starke Blutung hast und dann eine leichte kurze auftaucht.

Schmerzen: Schmerzen oder Krämpfe im Unterleib werden bei der Nidationsblutung nur äußert selten beobachtet. Die Einnistungsblutung ist in fast allen Fällen schmerzlos.

Hast Du normalerweise die typischen Regelschmerzen und dieses Mal nicht und treffen ein paar andere Signale auch noch zu, kann es sich tatsächlich um eine Einnistungsblutung handeln.

Ist die Einnistungsblutung ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für eine Schwangerschaft?

Eine Nidationsblutung ist weder für dich noch für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft gefährlich.

Sie ist ein ganz normales Phänomen, das begleitend zur Einnistung einer erfolgreich befruchteten Eizelle auftreten kann.

Wünschst du dir sehnlich ein Baby, ist sie natürlich ein angenehmes Zeichen. Sie sagt aber nichts über den weiteren Verlauf deiner Schwangerschaft oder über mögliche Risiken aus.

Ist die Einnistungsblutung ein sicheres Schwangerschaftsanzeichen?

Wenn es sich tatsächlich um eine Einnistungsblutung handelt, ist sie ein sicheres Zeichen, dass sich eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat.

In diesem Fall hast du Sicherheit darüber:

  • dass eine Befruchtung stattgefunden hat
  • dass die Eizelle in der Gebärmutter angekommen ist
  • dass sie an Gebärmutterschleimhaut angedockt hat.


Medizinisch gesehen bist du ab diesem Zeitpunkt schwanger. Doch bleib behutsam mit dir. Eine Einnistungsblutung liefert dir keine Sicherheit für das weitere Fortschreiten einer Schwangerschaft. Leider können Eizellen in fast jedem Stadium der Frühschwangerschaft vom Körper doch noch abgestoßen werden oder aus diversen Gründen abgehen.

Eine weitere Blutung, die der Periode ähnelt, kann dann ein Hinweis für den Abgang sein. Das hoffen wir natürlich nicht. Dennoch darfst du solche Dinge gerade bei einem sehnlichen Kinderwunsch nie ganz außer Acht lassen.

Einnistungsblutung

Ist die Einnistungsblutung ein mögliches Anzeichen für eine Fehlgeburt?

Nein, eine Einnistungsblutung zeigt nur an, dass Blutgefäße beim Einwachsen der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut verletzt wurden. Das ist völlig normal und kein Zeichen für irgendeine Abnormität.

Die Gebärmutterschleim ist sehr gut durchblutet. Schon kleinste Gefäßschäden können dafür sorgen, dass eine ausreichend große Menge Blut austritt und sichtbar wird.

Eine Nidationsblutung ist also kein Hinweis dafür, dass mit dir irgendetwas nicht stimmt und erhöht auch nicht das Risiko einer Frühgeburt oder irgendeiner anderen Schwangerschaftsproblematik!

Du solltest sie als Anzeichen also weder zu ernst nehmen, noch unbeachtet lassen – denn sehr wahrscheinlich freust du dich über die Blutung als Zeichen einer erfolgreichen Einnistung!

Einnistungsblutung und Babywunsch: Ruhe bewahren, heißt die Devise!

Vielleicht sehnst du dich schon seit Monaten oder Jahren nach einem Baby? Jeden Monat erlebst du wieder Hoffen und Bangen. Sobald du Blut siehst, kennst du das Wechselbad der Gefühle? Du magst auch schon gar nicht mehr zum Frauenarzt gehen und deine aktuellen Beobachtungen besprechen oder einen Test machen?

Wenn du dich bei diesem Absatz angesprochen fühlst, dann atme einmal ganz tief durch und dann lasse diesen Satz auf dich wirken:

In der Ruhe liegt die Kraft!

Zu Beginn eines Babywunsches kann es hilfreich sein, deinen Zyklus, deinen Körper, Blutungen und andere Erscheinungen rund ums Mama-Werden gut zu beobachten und kennenzulernen.

Doch bei nicht wenigen Frauen arten diese anfangs nützlichen Informationen zu einem regelrechten Stress aus, der einer erfolgreichen Empfängnis auch gehörig im Weg stehen kann! Insbesondere wenn du schon länger wartest, Zyklusbeobachtungen, Fruchtbarkeitstipps und alles andere keinen Erfolg gezeigt haben, ist es am besten, loszulassen und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Wenn du schwanger bist, wirst du es mit Sicherheit früher oder später mitbekommen!

Wo auch immer du dich auf deiner Reise zum Familienglück gerade befindest, wir wünschen dir von Herzen alles Gute, eine baldige Empfängnis, eine schöne Schwangerschaft und viel Liebe!

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