Jod: Triebkraft für den Stoffwechsel

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Das Jod steht ihr gut

Viele wissen, dass Jod bedeutend für ihre Gesundheit ist – doch nur wenige verstehen, dass Jod dem Körper erst zusätzlich zugeführt werden muss, um ihn ausreichend mit dem wichtigen Spurenelement versorgen zu können. Vor allem in der Schwangerschaft. Anders als der langsam ansteigende Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen, verlangt der Körper unmittelbar nach der Zellteilung nach einem Mehr an Jod, das neben Eisen und Folsäure eine übergeordnete Rolle bei der richtigen Ernährung von werdenden Müttern und ihren Kindern spielt.

Einmal Hormone für zwei, bitte

Jod ist, neben Eiweiß, für die Produktion der Schilddrüsenhormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) zuständig, die gemeinsam die Stoffwechselprozesse in beinahe jeder Körperzelle regulieren und beschleunigen. Diese Hormone bedürfen einer ausreichenden Zufuhr von Jod. Falls dieses fehlt, können schwerwiegende Metabolismus- und Entwicklungsstörungen für Mutter und Kind drohen. Da wir dieses wichtige Spurenelement allerdings leider nicht selbst produzieren, wird Jod einzig über die Nahrung aufgenommen. Täglich verzehren wir etwa 4 g Jodsalz, wovon 60 Mikrogramm Jod vom Körper aufgenommen werden. Weitere 60 µg gelangen indirekt in unseren Kreislauf, etwa über Fisch, Fleisch und Milchprodukte. Die Empfehlung für Schwangere steigt von 200 auf 230 Mikrogramm/Tag und wird von den meisten Frauen nicht erreicht. Um in der gesundheitlich relevanten Jod-Nachfrage sicher zu gehen, wird mit Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit neben einer jodreichen Ernährung ein zusätzliches Supplement empfohlen.

Erdbeeren sind reich an Jod.
Eine Tasse Erdbeeren beinhaltet bereits 13 mcg Jod. Das sind ca. 10 % des Tagesbedarfs. Quelle: Artur Rutkowski

Über Milch und Meer

Jod über die Nahrung aufzunehmen, ist kein Kunststück: Eine gute Jodquelle sind Milch bzw. Milchprodukte (z. B. Joghurt), daher werden 3 Portionen pro Tag empfohlen. Untersuchungen konnten in Milch teils bis zu 117 µg, in Joghurt sogar bis zu 126 µg Jod aufweisen. Allein durch die prophylaktische Jod-Anreicherung des Bodens und der Tiernahrung wird u.a. Milch bereits während der Herstellung mit wichtigem Jod gesättigt. So konnten angemessene Jodwerte in Deutschland erreicht und die Vorgaben durch die Weltgesundheitsorganisation eingehalten werden.

Ein zweiter wichtiger Faktor bei der Vermeidung von Jodmangel sind Fischspeisen. Zweimal wöchentlich sollte sich auf dem Speiseplan ein Meeresfisch nach Wahl finden. Bei einer Portion von 150 Gramm erweisen sich Kabeljau (345 µg Jod), Seelachs (300 µg Jod), Miesmuscheln (225 µg Jod) und Schellfisch (203 µg Jod) als besonders jodreich. Darüber hinaus versorgen Makrele, Lachs und Scholle den Körper mit dem wertvollen Spurenelement.

Auch in Heidelbeeren steckt Jod.
Auch Heidelbeeren haben es ganz schön in sich: 113 g Heidelbeeren bieten bis zu 400 mcg Jod. Quelle: Veeterzy

Geist und Gesundheit des Kindes behüten

Bei Jodmangel reagiert der Körper mit der Vergrößerung der Schilddrüse, die sich als Kropf bemerkbar macht. Ein ausgeprägter Jodmangel kann schließlich eine Unterfunktion der Schilddrüse und eine Minderproduktion der beiden wesentlichen Schilddrüsenhormone T3 und T4 zur Folge haben, was zu schwerwiegenden Stoffwechsel- und Entwicklungsstörungen führen kann.

Löst diese zu vermeidende Unterversorgung bei der Mutter nach und nach Konzentrationsschwierigkeiten und Leistungsminderung aus, hat ein geringwertiger Jodhaushalt beim heranwachsenden Kind noch schwerwiegendere Auswirkungen. Die Schilddrüse des Kindes beginnt schon in der zwölften Woche mit der Produktion von Hormonen und bedarf eines eigenen Jodhaushaltes. Bei einem Mangel kann es zu einer vergrößerten Schilddrüse führen, die Atem- und Schluckbeschwerden zur Folge haben kann. Darüber hinaus kann Jodknappheit das Wachstum der Knochen und des Gehirns beeinträchtigen.

Eine leckere Brotzeit versorgt dich mit einer guten Menge Jod.
Eine ordentliche Brotzeit mit deftigen Beilagen kann dich ebenfalls gezielt mit einer gesunden Menge Jod versorgen. Quelle: Chris Lawton

Jod-Haushaltshilfe in Pillenform

Trotz einer breiten Aufklärung und einer jodgesättigten Umwelt leidet Untersuchungen zufolge jede dritte Frau in den letzten Schwangerschaftsmonaten unter Jodmangel. Bei Neugeborenen ist es immer noch jedes zehnte Kind, das eine verminderte Hormonproduktion der Schilddrüse aufweist. Wie bereits erwähnt, ist diese Jodunterversorgung auf jeden Fall zu unterbinden, da die Folgen sich auf die Gesundheit und Entwicklung des Kindes negativ auswirken können. Nach ärztlicher Empfehlung sei darum eine tägliche Supplementierung mit Jodid-Präparaten nahegelegt, um einen ausreichenden Jodhaushalt zu garantieren: Schon mit 100 bis 150 µg täglich kann ein Jodmangel umgangen werden. Weniger ratsam ist die Nahrungsergänzung mit getrockneten Algen- bzw. Tang-Präparaten, da deren Jod-Gehalte nicht standardisiert und teils zu hoch sein können.

Es kommt aufs richtige Maß Jod an.
Vielleicht ein bisschen zu viel Salz. Trotzdem sollte man den Tagesbedarf immer im Auge behalten. Quelle: Joel Filipe

Das kostbarste Salz für den schmalen Taler

Eine bewusste Jod-Verpflegung für einen ausgeglichenen Stoffwechsel kann also bequem und schmackhaft gesichert werden, wenn bei der Zubereitung von Speisen zu Jodsalz gegriffen und auf den empfohlenen Milch- und Fischverzehr geachtet wird. Zudem kann ein gezielter Einkauf von Brot, Wurst und Fleischwaren aus Jodsalz-Herstellung die gesunde Ernährung werdender und stillender Mütter ganz einfach abrunden.